OHB Aktie: Mondmission, Aktionärsdruck

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB verzeichnete Kursverluste trotz erfolgreichem Artemis-Start, getrieben von Gewinnmitnahmen und Berichten über mögliche Aktienverkäufe großer Anteilseigner.

Dieter Jaworski ·
OHB SE Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert trotz erfolgreicher Mondmission
  • Berichte über mögliche Aktienverkäufe großer Aktionäre
  • Rekordauftragsbestand und starke operative Zahlen
  • Mittelfristige Wachstumsziele deutlich angehoben

Artemis 2 ist im All — und OHB verliert trotzdem Boden. Während die NASA-Kapsel erfolgreich abhob, gab die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns rund 7 Prozent auf 277 Euro nach. Das klingt paradox, hat aber zwei konkrete Ursachen.

Gewinnmitnahmen und Aktionärsstruktur unter Druck

OHBs Beteiligung an der Mondmission war seit Langem bekannt — und damit längst im Kurs eingepreist. Das Abheben der Orion-Kapsel bot Anlegern nach einer rasanten Rally schlicht den Anlass zur Gewinnmitnahme. Vom Ende Januar erreichten Allzeithoch knapp unter 300 Euro ist die Aktie damit vorerst ein gutes Stück entfernt.

Zusätzlich belastet ein Bloomberg-Bericht über eine mögliche Umschichtung bei den Großaktionären. Demnach diskutieren die Fuchs-Familie, die rund 65 Prozent an OHB hält, und Finanzinvestor KKR, der etwa 29 Prozent kontrolliert, einen Verkauf neuer und bestehender Aktien im Umfang von rund 20 Prozent des Unternehmens. Bewertet würde OHB dabei leicht oberhalb des damaligen Marktwertes von rund 5,5 Milliarden Euro. KKR will laut dem Bericht nach einer solchen Transaktion einen signifikanten Anteil behalten.

Rekordkennzahlen und wachsende Auftragsbücher

Operativ präsentiert sich OHB davon unberührt. Für 2025 meldete das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand von 3,19 Milliarden Euro sowie einen Neuauftragseingang von 2,08 Milliarden Euro — beides Allzeithöchstwerte. Die Gesamtleistung stieg um 21 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro.

Zuletzt sicherte sich die schwedische Tochtergesellschaft OHB Sweden einen 248-Millionen-Euro-Vertrag zur Entwicklung von 20 Kleinsatelliten für das EUMETSAT Polar System – Sterna-Programm. Es ist der bislang größte Satellitendeal in der Geschichte des schwedischen Weltraumsektors.

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Beim Capital Market Day im Januar hob das Management die mittelfristigen Ziele an: 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung für 2026, 1,7 Milliarden Euro für 2027 — und ab 2028 der Sprung über die Zwei-Milliarden-Schwelle. Als Wachstumstreiber nennt OHB steigende Budgets der ESA, der EU sowie nationaler Verteidigungskunden.

Strategisch bleibt Artemis ein wichtiger Referenzauftrag: Läuft die Technik im All reibungslos, stärkt das OHBs Position für die Folgephasen des NASA-Programms. Artemis 3 soll Mitte 2027 das Andockmanöver im Erdorbit testen, Artemis 4 folgt 2028 mit der ersten bemannten Mondlandung.

Den nächsten konkreten Blick auf die operative Entwicklung liefert der Q1-Bericht am 7. Mai 2026 — er wird zeigen, ob das Rekordtempo aus 2025 nahtlos ins neue Geschäftsjahr getragen wurde.

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OHB SE Aktie

435,50 EUR

– 44,50 EUR -9,27 %
KGV 1.580,36
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,13 %
Marktkapitalisierung 8,48 Mrd. EUR
ISIN: DE0005936124 WKN: 593612

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