OHB Aktie: Wachstumsziele unter der Lupe

Der Raumfahrtkonzern OHB präsentiert Jahreszahlen vor dem Hintergrund praller Auftragsbücher, hoher Vorfinanzierung und neuem europäischem Großwettbewerber.

Redaktion Stock-World ·
OHB SE Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Präsentation des Jahresabschlusses 2025 am 19. März
  • Auftragseingang stieg um 24 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro
  • Mittelfristige Umsatzziele bis 2028 deutlich angehoben
  • Fokus auf Liquidität und Cashflow-Entwicklung

Morgen präsentiert der Bremer Raumfahrtkonzern OHB seine Bilanz für das abgelaufene Jahr. Während die Auftragsbücher dank lukrativer Rüstungs- und ESA-Projekte prall gefüllt sind, formiert sich gleichzeitig ein massiver europäischer Mega-Konkurrent. Das rasante Wachstum verschlingt zudem enorme Vorleistungen.

Hohe Kosten für volle Auftragsbücher

Am morgigen 19. März legt das Management den testierten Jahresabschluss 2025 vor. Die Erwartungen sind klar definiert: Eine Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro bei einer operativen Marge (EBITDA) von neun Prozent. Der Auftragseingang kletterte zuletzt um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro.

Diese pralle Projektpipeline hat allerdings ihren Preis. Das Unternehmen muss erheblich in Vorleistung gehen, weshalb Marktbeobachter bei der morgigen Präsentation besonders auf die Entwicklung der Liquidität achten.

Um die ehrgeizige Expansion fortzusetzen, hat das Management die mittelfristigen Ziele auf dem letzten Capital Market Day deutlich angehoben. Gestützt auf steigende Budgets nationaler und europäischer Kunden peilt OHB folgende Zielmarken an:
– 2026: 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung (11 % EBITDA-Marge)
– 2027: 1,7 Milliarden Euro Gesamtleistung (12 % EBITDA-Marge)
– 2028: über 2,0 Milliarden Euro Gesamtleistung

Zehn-Milliarden-Projekt im Visier

Ein zentraler Baustein für diese Prognose ist das Bundeswehr-Satellitenprogramm SATCOMBw Stufe 4. Für das auf mindestens zehn Milliarden Euro veranschlagte Projekt plant OHB ein Konsortium mit Rheinmetall und Airbus Defence and Space. Die Bremer sollen dabei das Engineering und die Satellitenfertigung übernehmen. Ein eigens dafür erworbenes Werk im sächsischen Schöneck unterstreicht die konkreten Vorbereitungen, da Produktionskapazitäten bereits vor einem finalen Vertragsschluss aufgebaut werden müssen.

Gleichzeitig verändert eine geplante Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo die europäische Wettbewerbslandschaft. OHB muss seine technologische Eigenständigkeit künftig gegen diesen neu formierten Großkonzern verteidigen.

Ziviles Geschäft stützt die Bilanz

Abseits der Rüstung liefert das klassische Raumfahrtgeschäft operative Stabilität. Ein kürzlich unterzeichneter ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die Asteroiden-Mission RAMSES sichert die Auslastung. Zusätzlich fließen die Erlöse der Tochter MT Aerospace nach der vollständigen Übernahme im vergangenen Oktober nun komplett in die Konzernbilanz ein. Hier sorgt der erfolgreiche Hochlauf der Ariane 6, angetrieben durch Großaufträge von Amazon, für kontinuierliche Einnahmen.

Am morgigen Donnerstag müssen die testierten Zahlen belegen, dass sich der Rekordauftragsbestand tatsächlich in einen robusten Cashflow übersetzen lässt. Gelingt dieser Nachweis, ist das finanzielle Fundament für die anvisierten Umsatzziele bis 2028 gelegt. Ein späterer Zuschlag für das SATCOMBw-Projekt würde diese mittelfristige Planung im weiteren Jahresverlauf endgültig absichern.

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OHB SE Aktie

178,00 EUR

– 0,60 EUR -0,34 %
KGV 79,56
KUV 2,86
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,32 %
Marktkapitalisierung 3,43 Mrd. EUR
Ø Kursziel 304,22 EUR
ISIN: DE0005936124 WKN: 593612

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