OHB: Auftragsbestand auf 3,35 Milliarden Euro
OHB meldet Rekordauftragsbestand und starke Gewinnsteigerung im ersten Quartal 2026. Der Konzern treibt KI-Projekte und Raketenentwicklung voran.

Kurz zusammengefasst
- Auftragsbestand erreicht neuen Höchststand
- Gewinnwachstum von über 60 Prozent
- Joint Venture für KI-Aufklärungssysteme
- Erster Raketenstart für Juli geplant
Marco Fuchs wählt große Worte — und die Zahlen geben ihm recht. Der OHB-Chef bezeichnet den aktuellen Moment in der Raumfahrtbranche als Beginn einer „Goldgräberzeit“. Sein Unternehmen will dabei kein Zuschauer sein.
Kennzahlen mit Rückenwind
Das erste Quartal 2026 liefert die finanzielle Grundlage für diesen Anspruch. Die Gesamtleistung stieg um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel das bereinigte EBITDA aus: plus 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT legte sogar um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro zu.
Der Auftragsbestand erreichte zum 31. März 2026 mit 3,35 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segment Space Systems trägt mit 2,68 Milliarden Euro den Löwenanteil, gespeist von ESA-Programmen und wachsenden europäischen Verteidigungsbudgets.
KI im Orbit und eigene Raketen
OHB baut sein Portfolio konsequent aus. Mit dem KI-Verteidigungsunternehmen Helsing hat der Bremer Konzern das Joint Venture „KIRK“ gegründet, das weltraumbasierte taktische Aufklärungs- und Überwachungssysteme entwickeln soll. Ein klarer Schritt in die militärische KI-Technologie.
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Parallel dazu arbeitet die Tochter Rocket Factory Augsburg am ersten Startversuch der Rakete RFA ONE. Das beantragte Startfenster liegt beim 1. Juli 2026. Eigene Startkapazitäten würden OHBs Unabhängigkeit stärken und das Portfolio im Bereich „Access to Space“ abrunden.
Ferner kooperiert OHB mit Dassault Aviation für ein gemeinsames Angebot an die ESA beim Mehrzweck-Raumfahrzeug VORTEX-S. In Oberpfaffenhofen entsteht die „European Moonport Company“, die künftige Mondmissionen und lunare Infrastruktur bündeln soll.
Hauptversammlung am 8. Juni
Am 8. Juni 2026 trifft sich OHB zur ordentlichen Hauptversammlung. Das Management schlägt eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie vor. Auf der Tagesordnung stehen außerdem neue Kapitalrahmen — formale Grundlage für mögliche künftige Finanzierungsschritte, die die laufende Expansionsstrategie unterstützen könnten.
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