OHB: HAMLET-Kamera für Apophis-Mission
OHB baut Kamera für ESA-Mission zur Asteroiden-Abwehr. Rekordaufträge und starke Quartalszahlen treiben das Wachstum des Bremer Konzerns.

Kurz zusammengefasst
- Vertrag für Planetenverteidigung unterzeichnet
- Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
- Nettogewinn im ersten Quartal verdreifacht
- Aktie trotz Korrektur mit Jahresplus von 206 Prozent
Im April 2029 fliegt der Asteroid Apophis extrem nah an der Erde vorbei. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB bereitet sich genau auf diesen Moment vor. Die italienische Tochtergesellschaft hat auf der ILA Berlin einen entscheidenden Vertrag für die europäische Planetenverteidigung unterzeichnet.
OHB Italia baut die Hyperspektralkamera HAMLET. Sie bildet das Herzstück der ESA-JAXA-Mission RAMSES. Das Instrument soll die Oberfläche des Asteroiden im Infrarotbereich präzise analysieren. Forscher wollen so das Verhalten von Apophis besser verstehen. Das Ziel: ein konkreter Beitrag zur Sicherheit unseres Planeten. OHB-Chef Marco Fuchs sieht darin einen klaren Beweis für die Leistungsfähigkeit der europäischen Raumfahrt.
Rekordaufträge stützen Wachstum
Operativ läuft es für die Bremer rund. Ende März meldete der Konzern einen Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt dabei auf das Kernsegment Space Systems.
Im ersten Quartal stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent. Das operative Ergebnis (EBITDA) kletterte parallel dazu auf 27,3 Millionen Euro. Unter dem Strich verdreifachte OHB den Nettogewinn auf fast zehn Millionen Euro.
Extreme Volatilität an der Börse
An der Börse spiegelt sich diese Dynamik in starken Kursschwankungen wider. Die Aktie notiert aktuell bei 372,50 Euro und verzeichnete heute ein leichtes Plus. Seit Jahresbeginn steht ein massiver Gewinn von rund 206 Prozent auf der Anzeigetafel.
Allerdings hat das Papier seit dem Rekordhoch im Mai stark korrigiert. Der Kurs fiel von 688 Euro um fast die Hälfte zurück. Aktuell testet die Aktie die 50-Tage-Linie bei 364,49 Euro. Behauptet der Wert dieses technische Level, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
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