OHB: IRIS²-Auftrag umfasst 18 Satelliten

OHB erhielt einen Auftrag über knapp eine Milliarde Euro, doch die Aktie liegt weit unter ihren gleitenden Durchschnitten und dem 52-Wochen-Hoch.

Redaktion Stock-World ·
Ein hochmoderner Satellit im Weltraum vor dem Hintergrund der leuchtenden Erdkrümmung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • IRIS²-Vertrag über knapp eine Milliarde Euro
  • 18 Satellitenplattformen für EU-Programm
  • OHB-Kurs deutlich unter Jahreshoch
  • Zwei Analysehäuser sehen weiteres Potenzial

Der Testflug von Isar Aerospace hat der europäischen Raumfahrtbranche am Montag vergangener Woche Auftrieb gegeben – und OHB gehörte zu den Nutznießern. Laut dpa-AFX/Marktbericht legte die Aktie im Sog der neuen Nachfrage-Fantasie zeitweise deutlich zu, gemeinsam mit dem Satellitenbetreiber Eutelsat rückten europäische Weltraumtitel in den Fokus der Anleger.

Die Erholung ändert wenig am übergeordneten Bild: Mit einem Schlusskurs von 177,80 Euro am Freitag notiert OHB weiterhin klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 231,33 Euro.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 260,54 Euro fällt mit minus 32 Prozent noch deutlicher aus. Zum Vergleich: Erst im Mai hatte das Papier bei 688,00 Euro sein 52-Wochen-Hoch markiert – aktuell liegt der Kurs damit rund drei Viertel darunter.

Großauftrag als Kurstreiber der vergangenen Wochen

Der eigentliche fundamentale Auslöser der jüngsten Bewegungen liegt bereits gut zwei Wochen zurück: Ende August unterzeichnete OHB mit SES einen Vertrag über knapp eine Milliarde Euro zur Entwicklung und Produktion von 18 Satellitenplattformen für das EU-Programm IRIS².

Die ersten Satelliten sollen 2029 ausgeliefert werden, der Start der ersten Dienste ist für 2030 vorgesehen. Der Auftrag gilt als erster großer Fertigungsauftrag im Rahmen der IRIS²-Konzession und unterstreicht die industrielle Rolle von OHB im europäischen Raumfahrtprogramm.

Trotz der Auftragsfreude geriet die Aktie zeitweise unter Druck. Medienberichten zufolge führten Anleger dies auf Bewertungsfragen und bereits eingepreistes Wachstum zurück – ein klassisches „Sell-the-News“-Muster, das die Kursentwicklung seit dem Vertragsabschluss prägt.

Analysten uneins über Bewertung

Anfang September nahmen gleich mehrere Häuser die Bewertung von OHB neu auf. Kepler Cheuvreux startete die Coverage mit „Buy“ und einem Kursziel von 260 Euro, Oddo BHF setzte mit „Outperform“ ein Kursziel von 290 Euro.

Beide Ziele liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau und signalisieren, dass die Analysten trotz der jüngsten Kursverluste weiteres Potenzial sehen – vorausgesetzt, die operative Umsetzung des IRIS²-Auftrags gelingt wie geplant.

Die Volatilität der Aktie bleibt hoch: Auf 30-Tage-Basis errechnet sich eine annualisierte Schwankungsbreite von 76 Prozent, was die Nervosität der vergangenen Wochen widerspiegelt. Anleger sollten sich auf weitere ausgeprägte Kursbewegungen einstellen, solange sich Wachstumsfantasie und Bewertungsskepsis die Waage halten.

Blick auf die kommenden Wochen

Der nächste konkrete Termin für die Anleger ist bereits gesetzt: Am 11. November 2026 legt OHB seine Zahlen zum dritten Quartal vor. Bis dahin dürfte der Markt weiter austarieren, wie viel vom IRIS²-Auftrag und der allgemeinen Raumfahrt-Euphorie bereits im Kurs steckt – und wie viel echtes Wachstumspotenzial noch ungehoben ist.

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OHB SE Aktie

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