Der Bremer Raumfahrtkonzern feierte am vergangenen Freitag sein 25-jähriges Börsenjubiläum. Während Anleger gespannt auf die anstehenden Jahreszahlen an diesem Donnerstag blicken, rückt ein ganz anderes Thema in den Vordergrund. Ein potenzieller Bundeswehr-Auftrag im zweistelligen Milliardenbereich könnte die künftige Ausrichtung des Unternehmens massiv prägen.
Rekordbücher und der Blick auf die Kasse
An diesem Donnerstag legt OHB den testierten Konzernabschluss für das Jahr 2025 vor. Die Vorzeichen stehen gut: Bereits in den ersten neun Monaten kletterte die Gesamtleistung um 21 Prozent auf gut 863 Millionen Euro. Gleichzeitig wuchs der feste Auftragsbestand um fast die Hälfte auf über 3,1 Milliarden Euro an.
Der Markt wird bei der Bilanzpressekonferenz allerdings weniger auf das reine Umsatzwachstum achten. Wegen der hohen Vorleistungen für geplante Serienfertigungen steht vor allem die Liquiditätsentwicklung im Zentrum des Interesses. Anleger wollen sehen, ob sich die prallen Auftragsbücher bereits in robuste Cashflows übersetzen lassen. Eine solide Kapitalbasis ist zwingend erforderlich, um die anvisierten Großprojekte zu stemmen.
Das Zehn-Milliarden-Projekt im Hintergrund
Der eigentliche Treiber für die künftige Konzernentwicklung braut sich derweil im Rüstungssektor zusammen. Die Bundeswehr plant mit dem Projekt SATCOMBw Stufe 4 den Aufbau eines souveränen, Starlink-ähnlichen Satellitennetzwerks. Das Volumen für die bis zu 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit wird auf bis zu zehn Milliarden Euro geschätzt.
Um sich dieses Mammutprojekt zu sichern, formiert OHB offenbar ein Konsortium mit Rheinmetall und Airbus Defence and Space. Dabei würde der Bremer Konzern die Satellitenfertigung und das Engineering übernehmen. Dass sich das Management ernsthafte Chancen ausrechnet, zeigt ein strategischer Schritt aus dem vergangenen Oktober: Durch den Kauf eines Werks im sächsischen Schöneck hat das Unternehmen bereits frühzeitig die nötigen Kapazitäten für eine potenzielle Serienfertigung geschaffen.
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Neue Ziele dank Ariane 6 und ESA
Flankiert wird diese Entwicklung von operativen Fortschritten im zivilen Sektor. Die vollständige Übernahme der Tochtergesellschaft MT Aerospace zahlt sich nach dem erfolgreichen kommerziellen Start der Ariane 6 im Februar nun komplett in der Konzernbilanz aus. Zudem sicherte sich die italienische Tochtergesellschaft kürzlich einen ESA-Vertrag über gut 81 Millionen Euro für die RAMSES-Asteroidenmission.
Beflügelt von steigenden Budgets in der europäischen Raumfahrt hat das Management die mittelfristigen Ziele spürbar angehoben. Ab 2028 peilt der Vorstand eine Gesamtleistung von über zwei Milliarden Euro bei einer operativen Marge von mehr als 12 Prozent an.
Die kommenden Wochen verlangen von Investoren einen klaren Fokus auf die Fundamentaldaten. Der Jahresabschluss an diesem Donnerstag liefert den notwendigen Realitätscheck zur Profitabilität des Raumfahrtkonzerns. Die Vergabeentscheidung über den lukrativen Bundeswehr-Auftrag dürfte sich hingegen noch über mehrere Monate hinziehen. Ein Zuschlag für das Konsortium würde die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens durch langfristig planbare Einnahmen absichern.
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