OHB SE Aktie: Milliardenauftrag treibt Kurs

OHB gewinnt einen Auftrag über rund eine Milliarde Euro für 18 IRIS²-Satellitenplattformen und erhält Unterstützung durch hohe Analystenkursziele.

Andreas Sommer ·
OHB SE Aktie

Kurz zusammengefasst

  • OHB-Aktie legt bis zu zehn Prozent zu
  • Vertrag mit SES umfasst 18 Plattformen
  • IRIS²-Starts ab 2029 vorgesehen
  • Analystenziele reichen bis 360 Euro

Ein Vertragsabschluss reicht offenbar aus, um eine wochenlange Talfahrt zu beenden. OHB-Aktien sprangen am Montag um bis zu knapp zehn Prozent auf 208 Euro, nachdem der Bremer Raumfahrtkonzern einen milliardenschweren Auftrag im europäischen Satellitenprogramm IRIS² an Land gezogen hat. Noch vergangene Woche war das Papier auf 185,80 Euro gefallen — den tiefsten Stand seit Ende Januar.

Konkret hat OHB mit dem Satellitenbetreiber SES einen Vertrag über rund eine Milliarde Euro unterzeichnet. Inhalt: Entwicklung und Bau von 18 Satellitenplattformen für das mittlere Erdorbit-Segment von IRIS², Europas drittem Flaggschiff-Raumfahrtprogramm neben Galileo und Copernicus.

Die Vertragsunterzeichnung folgt auf den offiziellen Start der Umsetzungsphase des Programms Anfang August und markiert den ersten Großauftrag innerhalb der sogenannten IRIS²-Konzession.

Kernrolle im SpaceRISE-Konsortium

OHB ist seit Beginn des Programms Technologiepartner des SpaceRISE-Konsortiums, dem neben SES auch Eutelsat und Hispasat angehören. Die Rolle als Kernteam-Mitglied dürfte erklären, warum der Auftrag ausschließlich OHB zufiel — Wettbewerber wie Airbus Defence & Space oder Thales Alenia Space meldeten keine vergleichbaren Aufträge, der Kursanstieg blieb damit ein firmenspezifisches Ereignis ohne Branchen-Sogeffekt.

Die neuen Satellitenplattformen sollen jeweils rund 15 Kilowatt Leistung liefern und beim Start etwa 2,6 Tonnen wiegen. Der erste Start der IRIS²-Satelliten ist für 2029 geplant, erste Dienste sollen ab 2030 verfügbar sein — der eigentliche Umsatzbeitrag aus diesem Auftrag liegt also noch einige Jahre voraus.

Analysten sehen deutlich mehr Potenzial

Die Reaktion der Analystenhäuser fällt bemerkenswert einheitlich aus. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Institute die Beobachtung der Aktie aufgenommen, fast durchweg mit Kaufempfehlungen.

Die Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau: Goldman Sachs nennt trotz neutralem Votum 250 Euro, Rothschild sieht sogar 360 Euro. Das durchschnittliche Ziel der von Bloomberg erfassten Experten liegt bei mehr als 300 Euro — gut die Hälfte über dem aktuellen Kurs.

Der Konzern wird derzeit mit rund 4,3 Milliarden Euro bewertet. Rund 60 Prozent der Anteile hält die Gründerfamilie Fuchs, Finanzinvestor KKR ist ebenfalls beteiligt und hatte im Juni Anteile abgegeben. Mitte August war OHB zudem in den SDAX aufgenommen worden, nachdem eine Kapitalerhöhung über knapp 500 Millionen Euro den Streubesitz erhöht hatte.

Für die Einordnung des Auftrags zählt auch der Blick auf den Auftragsbestand: Der lag zum Halbjahresende 2026 bereits bei rund 3,3 Milliarden Euro. Der IRIS²-Zuschlag bestätigt damit die Erwartung des Managements, dass der Auftragseingang im zweiten Halbjahr anziehen würde.

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OHB SE Aktie

212,50 EUR

+ 22,90 EUR +12,08 %
KGV 84,64
KUV 3,07
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,32 %
Marktkapitalisierung 4,09 Mrd. EUR
Ø Kursziel 301,44 EUR
ISIN: DE0005936124 WKN: 593612

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