OHB: SpaceX-IPO mit 1,75 Billionen blockiert Platzierung
Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB verschiebt seine Aktienplatzierung aufgrund des bevorstehenden SpaceX-IPO. Operativ läuft das Geschäft auf Rekordniveau.

Kurz zusammengefasst
- Platzierung wegen SpaceX-IPO ausgesetzt
- KKR will 20 Prozent seiner Anteile verkaufen
- Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
- Umsatzprognose von 1,4 Milliarden Euro für 2026
Die OHB SE steht vor einer milliardenschweren Aktienplatzierung. Doch der Bremer Raumfahrtkonzern hat den geplanten Verkauf kurzfristig ausgesetzt — wegen SpaceX. Der US-Konkurrent bereitet einen Börsengang vor, der den Markt komplett dominieren könnte.
SpaceX blockiert das Zeitfenster
OHB wollte Mitte Juni starten. Genau dann plant SpaceX seinen IPO mit einer anvisierten Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. Eine Emission dieser Größenordnung bindet enorme Aufmerksamkeit und Kapital. Kleinere Platzierungen geraten dabei ins Hintertreffen, Bewertungsabschläge drohen.
Der Bremer Konzern will nicht unter Wert verkaufen. Die Vorbereitungen waren bereits weit fortgeschritten. Jefferies, UniCredit, Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan hatten das Mandat. Berenberg und Commerzbank sollten zusätzlich unterstützen.
Im Zentrum steht KKR. Der Finanzinvestor hält aktuell 29 Prozent an OHB und will rund 20 Prozentpunkte platzieren. Die Gründerfamilie Fuchs behält ihre Mehrheit von 65 Prozent der Stimmrechte. Läuft die Transaktion bis Ende Juni, steigt der Streubesitz von sechs auf 26 Prozent. Das würde die Handelbarkeit verbessern und Kursschwankungen dämpfen.
Hauptversammlung mit drei Kernpunkten
Am 8. Juni trifft sich die Aktionärsbasis virtuell. Auf der Tagesordnung stehen drei zentrale Beschlüsse.
Erstens: eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie. Zweitens: ein Aktienoptionsprogramm mit maximal 576.447 Bezugsrechten für Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter. Dafür soll ein bedingtes Kapital in gleicher Höhe geschaffen werden, begrenzt auf drei Prozent des Grundkapitals. Drittens: die formelle Genehmigung neuen Kapitals für künftige Kapitalerhöhungen.
Operative Stärke trotz Kapitalmarkt-Turbulenzen
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als die Börse. Im ersten Quartal 2026 stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro.
Der Auftragsbestand erreichte zum 31. März einen Rekordwert von 3,354 Milliarden Euro — 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Pipeline sichert die Planung für die kommenden Jahre ab.
Im Sommer 2026 steht ein weiterer Meilenstein bevor. Die Trägerrakete RFA ONE soll ihren ersten Startversuch absolvieren. Das Projekt ist ein Kernstück der „Access to Space“-Strategie.
Das Management bleibt zuversichtlich. Für 2026 peilt OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro an. Bis 2028 soll die Marke von zwei Milliarden Euro fallen. Der volle Auftragsbestand und die solide operative Entwicklung stützen diese Prognose — unabhängig davon, wann KKR seine Anteile letztlich platziert.
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