OHB: Niedriger Streubesitz und Umbau zur Serienfertigung
Ein Rückzug von Großaktionär KKR ist nicht bestätigt. Der geringe Streubesitz belastet den Kurs, während OHB die Produktion umbaut.

Kurz zusammengefasst
- Ein KKR-Verkauf ist nicht bestätigt
- Kurs fiel um fast zehn Prozent
- Auftragsbestand wächst um 45 Prozent
- Orellano wird erster COO ab 1. Juli
Auf dem Papier brummt das Geschäft bei OHB wie nie zuvor. Der Bremer Raumfahrtkonzern sitzt auf einem gewaltigen Auftragsberg. An der Börse dominiert aktuell trotzdem der Verkaufsdruck.
Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen fast zehn Prozent an Wert. Am Mittwoch schloss das Papier bei 371,00 Euro — spürbar unter dem Rekordhoch vom Mai. Der geringe Streubesitz verstärkt solche Ausschläge: Zuletzt lag die Volatilität auf Jahressicht bei fast 147 Prozent.
Was bestätigt ist – und was nicht
Am Markt wird über einen möglichen Rückzug des Großaktionärs KKR und eine Erhöhung des Streubesitzes spekuliert. Bestätigt ist davon nichts: OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Ob, in welchem Umfang und bis wann der Streubesitz steigt, ist offen; Angaben dazu sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben.
Rasanter Wechsel zur Serienfertigung
Abseits der Börse baut das Management den Konzern um. Ende des ersten Quartals lag das Auftragsbuch bei 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von 45 Prozent zum Vorjahr. Um diese Masse abzuarbeiten, zieht das Unternehmen eine industrielle Serienfertigung auf.
Dafür holt sich der Vorstand externe Hilfe. Am 1. Juli fängt Dr. Luis Alejandro Orellano als erster Chief Operating Officer der Firmengeschichte an. Er soll die Produktion für Satellitenkonstellationen skalieren. Die Hauptversammlung genehmigte zudem frisches Kapital: Bis 2031 kann OHB Wandel- und Optionsanleihen für bis zu 1,2 Milliarden Euro ausgeben.
Der Kursverlauf seit Jahresanfang zeigt mit einem Plus von über 200 Prozent, dass der Markt dem neuen Führungsteam den Wandel zutraut.
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