OHB: Streubesitz springt von 6 auf 26 Prozent
Der Großaktionär KKR reduziert seinen OHB-Anteil massiv, was den Kurs belastet, aber mittelfristig die Liquidität erhöht.

Kurz zusammengefasst
- KKR verkauft große Aktienpakete
- Kurs fiel um fast zehn Prozent
- Streubesitz steigt auf 26 Prozent
- Serienfertigung von Satelliten geplant
Auf dem Papier brummt das Geschäft bei OHB wie nie zuvor. Der Bremer Raumfahrtkonzern sitzt auf einem gewaltigen Auftragsberg. An der Börse dominiert aktuell trotzdem der Verkaufsdruck. Der Grund ist der massive Rückzug eines Großinvestors.
Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen fast zehn Prozent an Wert. Am Mittwoch schloss das Papier bei 371,00 Euro. Damit notiert der Kurs spürbar unter seinem Rekordhoch vom Mai. Ein massiver Verkaufsdruck belastet aktuell die Notierung. Der Finanzinvestor KKR wirft im großen Stil Papiere auf den Markt. Bis Ende Juni will KKR seinen Anteil von 29 Prozent drastisch reduzieren. Das Ziel ist eine einstellige Quote.
Mehr Streubesitz als Chance
Marktbeobachter werten diesen KKR-Rückzug mittelfristig positiv. Die Platzierung spült viele neue Aktien in den freien Handel. Der Streubesitz dürfte von mageren sechs Prozent auf etwa 26 Prozent steigen. Die Folge: Ein sogenannter „Re-IPO“-Effekt.
Die deutlich höhere Liquidität macht das Papier für institutionelle Investoren kaufbar. Das könnte die extreme Schwankungsanfälligkeit der Aktie künftig spürbar glätten. Zuletzt lag die Volatilität auf Jahressicht bei fast 147 Prozent.
Rasanter Wechsel zur Serienfertigung
Abseits der Börse baut das Management den Konzern radikal um. Ende des ersten Quartals lag das Auftragsbuch bei 3,35 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 45 Prozent zum Vorjahr. Um diese Masse abzuarbeiten, verabschiedet sich OHB von der klassischen Manufaktur. Stattdessen zieht das Unternehmen eine industrielle Serienfertigung auf.
Dafür holt sich der Vorstand externe Hilfe. Am 1. Juli fängt Dr. Luis Alejandro Orellano als erster Chief Operating Officer der Firmengeschichte an. Er soll die Produktion für Satellitenkonstellationen schnell skalieren. Das Geld für diesen Wachstumsschub ist gesichert. Die Hauptversammlung genehmigte am Montag frisches Kapital. Bis 2031 kann OHB nun Wandel- und Optionsanleihen für bis zu 1,2 Milliarden Euro ausgeben.
Die kommenden Wochen bleiben für die Aktie turbulent. Solange KKR seine Anteile platziert, deckelt das zusätzliche Angebot den Kurs. Spätestens ab Juli fällt dieser Bremsklotz weg. Dann rückt wieder das operative Geschäft in den Fokus. Der Kursverlauf seit Jahresanfang zeigt mit einem Plus von über 200 Prozent, dass der Markt dem neuen Führungsteam diesen Wandel zutraut.
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