OMV: 56.000 Tonnen aus Notstandsreserve
OMV greift erstmals seit 2022 auf die nationale Krisenreserve zu, um die Versorgung zu sichern. Parallel stehen starke Quartalsergebnisse und eine angepasste Dividendenprognose an.

Kurz zusammengefasst
- Erstmalige Nutzung der Pflichtnotstandsreserve seit 2022
- Starke Gewinnerwartungen für das erste Quartal 2026
- Dividendenausblick durch verschobenen Börsengang gedrückt
- Kritik an der Maßnahme und regulatorische Prüfung
Österreich greift in die staatliche Krisenvorsorge: OMV kauft erstmals seit 2022 wieder Rohöl aus der Pflichtnotstandsreserve — ausgelöst durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Das Wirtschaftsministerium koordiniert den Schritt im Rahmen einer IEA-Aktion, an der mehrere Länder beteiligt sind.
56.000 Tonnen für die Raffinerie Schwechat
In einem ersten Schritt erwirbt OMV 56.000 Tonnen Rohöl zu marktüblichen Preisen. Das Öl fließt direkt in die Raffinerie Schwechat bei Wien und darf nach der Verarbeitung ausschließlich für die Inlandsversorgung genutzt werden. Die abgerufene Menge entspricht zwei Prozent der österreichischen Gesamtreserve, die für rund 90 Tage Krisensicherheit ausgelegt ist.
Österreich hatte im März 2026 gemeinsam mit anderen IEA-Mitgliedern eine koordinierte Freigabe beschlossen. Der österreichische Gesamtanteil beläuft sich auf 325.000 Tonnen — die aktuelle Lieferung ist der erste Teilschritt davon.
Politischer Widerspruch und Regulierungsdruck
Die Maßnahme stößt auf Kritik. Die FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl argumentieren, es sei der falsche Weg, auf staatliche Reserven zurückzugreifen, solange OMV am freien Markt noch ausreichend Mengen beschaffen könne.
Parallel dazu untersucht die Energieregulierungsbehörde E-Control das Unternehmen wegen der Umsetzung eines staatlichen Kraftstoffpreisdeckels. OMV gibt bei Diesel nur 2,8 Cent pro Liter weiter, statt der vorgesehenen 5 Cent — mit dem Verweis, dass 60 Prozent des in Österreich verkauften Diesels importiert werde.
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Quartalszahlen und Dividende im Blick
Am 30. April legt OMV die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Sechs Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,32 Euro — nach 0,44 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz soll auf rund 7,76 Milliarden Euro steigen.
Eine strukturelle Veränderung betrifft die Ausschüttungspolitik: Der geplante Börsengang von Borouge International an der Abu Dhabi Stock Exchange wurde auf 2027 verschoben. Dadurch halbiert sich OMVs Dividendeneinnahme aus dem Joint Venture auf 250 Millionen US-Dollar, was Analysten zufolge die Gesamtdividende je Aktie für 2026 um 0,60 bis 0,70 Euro drücken dürfte.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand dennoch eine Dividende von 4,40 Euro je Aktie vor, inklusive einer Sonderdividende von 1,25 Euro. Aktionäre stimmen darüber auf der Hauptversammlung am 27. Mai ab; als Ex-Dividenden-Datum ist der 8. Juni vorgesehen. Die Aktie notiert aktuell bei 57,25 Euro und liegt damit rund neun Prozent unter dem Jahreshoch von Anfang April — auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von gut 30 Prozent.
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