OMV Aktie: Alfred Stern wechselt zu Irving Oil
Alfred Stern wechselt im November 2026 zu Irving Oil, während OMV Wasserstoff ausbaut und trotz Partnerausstieg am Projektplan festhält.

Kurz zusammengefasst
- Stern übernimmt Irving-Oil-Führung im November
- Omv führt Wasserstoffprojekt allein weiter
- Anlage soll ab 2027 produzieren
- Ölfund in Libyen stärkt Fördergeschäft
Der kanadische Energiekonzern Irving Oil hat gestern den Wechsel von Alfred Stern an seine Unternehmensspitze bekannt gegeben. Stern leitete die OMV als Vorstandsvorsitzender bis Ende August 2026. Beim Konzern mit Sitz in Saint John übernimmt der Manager ab dem 1. November 2026 das Amt als President und Chief Executive Officer. Sein Vorgänger Jeff Matthews geht zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand.
Mit der Personalie schließt sich für Stern das Kapitel in Wien endgültig ab. Er hatte den österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzern seit September 2021 geführt und zuvor die Kunststofftochter Borealis geleitet.
Unter seiner Führung begann die strategische Transformation weg vom reinen Öl- und Gasgeschäft hin zu nachhaltiger Chemie. Der CEO-Wechsel bei OMV liegt vor rund zwei Wochen, seither verzeichnete die Aktie ein Plus von 0,5 Prozent. Die neue Vorstandsvorsitzende Emma Delaney soll diesen Umbau weiter vorantreiben.
Eigenständiger Kurs bei grünem Wasserstoff
Wie dieser Umbau in der Praxis aussieht, zeigt das Engagement bei neuen Technologien. In Österreich treibt der Konzern ein 600 Millionen Euro schweres Projekt für grünen Wasserstoff voran. Der bisherige Partner Masdar zog sich wegen strategischer Änderungen in Abu Dhabi aus dem Vorhaben zurück. Die Wiener setzen den Bau der Anlage mit einer Leistung von 140 Megawatt dennoch wie geplant fort.
Ab Ende 2027 sollen dort jährlich bis zu 23.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden. Für die Finanzierung des Vorhabens steht ein Kredit der Europäischen Investitionsbank über 450 Millionen Euro bereit. Zudem erhält das Vorhaben öffentliche Fördermittel aus Österreich.
Die Entscheidung für die alleinige Fortführung unterstreicht die Entschlossenheit der Konzernführung. OMV hält trotz des Ausstiegs des Partners am Zeitplan fest. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die industrielle Dekarbonisierung des Unternehmens.
Funde sichern das traditionelle Kerngeschäft
Trotz des Ausbaus nachhaltiger Geschäftsbereiche bleibt das klassische Fördergeschäft eine tragende Säule. Im Sirte-Becken in Libyen gelang am Standort Essar ein kommerzieller Ölfund. Die förderbaren Ressourcen belaufen sich nach Unternehmensangaben auf bis zu 45 Millionen Barrel. OMV hält einen Anteil von 12 Prozent an der dortigen Konzession C103. Die Erschließung vor Ort erfolgt durch die libysche Zueitina Oil Company.
An der Börse notierte das Papier gestern bei einem Schlusskurs von 70,25 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 49 Prozent. Delaney steht vor der Aufgabe, die Balance zwischen fossilen Cashflows und kapitalintensiven Zukunftsprojekten zu halten.
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