700 Millionen Euro Wertberichtigungen im vierten Quartal – die OMV schreibt kräftig ab. Der österreichische Energiekonzern kämpft mit schwächerer Produktion in mehreren Ländern und höheren Verpflichtungen für Lizenzverlängerungen. Die Aktie reagierte prompt mit einem Rückgang von 2,2 Prozent.
Die wichtigsten Fakten:
- 700 Mio. € Wertberichtigungen: Davon 400 Mio. € aus schwächeren Produktionsleistungen, 300 Mio. € für Lizenzverlängerungen
- Produktion gesunken: Von 304.000 auf 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag
- Rohölpreis realisiert: Nur 62,40 USD je Barrel im vierten Quartal
- BlackRock aufgestockt: Beteiligung auf 4,01% erhöht
Mehrere Geschäftsfelder unter Druck
Die Belastungen verteilen sich ungleich: Rund 400 Millionen Euro entfallen auf schwächere Produktionsleistungen in Rumänien, Tunesien und Neuseeland. Weitere 300 Millionen Euro stehen im Zusammenhang mit Verpflichtungen zur Verlängerung von Produktionslizenzen in Rumänien.
Das Management wertet diese Posten als Sondereffekte, die das bereinigte operative Ergebnis nicht beeinflussen sollen. Die Gesamtproduktion sank auf 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, während der durchschnittlich realisierte Rohölpreis auf 62,40 USD je Barrel fiel. Auch die Erdgaspreise gaben um 3,2 Prozent nach.
Jefferies-Analyst Mark Wilson sieht in dem Update keine großen Überraschungen – die wesentlichen Belastungsfaktoren seien bereits kommuniziert gewesen.
Raffinerie profitiert, Chemie gemischt
Im Fuels-Segment verbesserte sich das Umfeld spürbar. Die europäische Raffinerie-Indikator-Marge stieg auf 13,96 USD je Barrel nach 11,54 USD im Vorquartal. Operative Einschränkungen an den Standorten Schwechat und Burghausen verhinderten jedoch die volle Ausschöpfung dieses Potenzials.
Das Chemiesegment zeigt ein gemischtes Bild: Höhere Polyolefin-Absatzmengen von 1,80 Millionen Tonnen stehen einer geringeren Steamcracker-Auslastung und schwächeren Polyolefin-Margen gegenüber.
Analysten uneins über Perspektive
Die Einschätzungen fallen deutlich auseinander. Jefferies bestätigt „Buy“ mit Kursziel 52 Euro, während Barclays und JPMorgan bei „Underweight“ mit Kurszielen von 47 und 45 Euro bleiben. Berenberg stufte im November von „Buy“ auf „Hold“ herab.
Das durchschnittliche Kursziel der 16 beobachtenden Analysten liegt bei 51,46 Euro – knapp 5 Prozent über dem aktuellen Niveau. Für das Gesamtjahr 2025 erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 5,61 Euro nach 6,39 Euro im Vorjahr. 2026 soll eine Stabilisierung bei 5,63 Euro folgen.
Bemerkenswert: BlackRock hat Anfang Januar seine Beteiligung auf 4,01 Prozent erhöht. Der weltgrößte Vermögensverwalter signalisiert damit trotz operativer Herausforderungen langfristiges Vertrauen. Am 4. Februar folgen die vollständigen Quartalszahlen – dann zeigt sich, ob sich die Working-Capital-Bewegungen wie angekündigt umkehren.
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