OMV Aktie: Zwischenlasten

OMV meldet 700 Mio. Euro Wertminderungen im Öl- und Gasgeschäft, investiert aber gleichzeitig in zukunftsträchtige Chemieprojekte. Die Aktie zeigt sich volatil.

Kurz zusammengefasst:
  • Hohe Wertberichtigungen für Förder-Assets und Rückstellungen
  • Investition in Kreislaufwirtschaft bei Tochter Borealis
  • Aktienkurs bewegt sich seitwärts mit hoher Volatilität
  • Vollständige Quartalszahlen für Februar erwartet

Ein Energiekonzern im Umbau: OMV versucht, nach hohen Wertberichtigungen das Narrativ auf Zukunftsthemen im Chemiegeschäft zu drehen. Neue Investitionen bei der Tochter Borealis treffen dabei auf Zweifel rund um Altlasten im Öl- und Gasgeschäft. Reicht die Chemie-Offensive, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen?

Die Fakten im Überblick

  • Nicht zahlungswirksame Wertminderungen Q4/2025: rund 700 Mio. Euro
  • Davon ca. 400 Mio. Euro auf Förder-Assets in Rumänien, Tunesien, Neuseeland
  • Rund 300 Mio. Euro Rückstellungen für Rekultivierung in Rumänien
  • Produktion Q4/2025: 300.000 boe/d (zuvor 304.000 boe/d)
  • Investition Borealis Burghausen: 49 Mio. Euro in „Borstar Nextension“-Technologie
  • Aktueller Kurs heute: 48,46 Euro, rund 24 % Plus auf 12-Monats-Sicht

Der Aktienkurs liegt damit nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 48,20 Euro und gut 3 % über der 200-Tage-Linie. Nach oben begrenzt aktuell der Abstand von knapp 12 % zum 52‑Wochen-Hoch bei 55 Euro.

Omv

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Borealis-Investition: Fokus auf Kreislaufwirtschaft

Die wichtigste positive Nachricht der letzten Tage kommt aus Burghausen. Borealis, zu 75 % im Besitz von OMV, steckt 49 Mio. Euro in den Ausbau seines bayerischen Standorts. Im Zentrum steht die Skalierung der „Borstar Nextension“-Technologie.

Damit sollen neuartige Polypropylen-Kunststoffe produziert werden, die als Monomaterial komplexe Mehrschichtverpackungen ersetzen können. Hintergrund sind die verschärften EU-Vorgaben für Verpackungen (PPWR). OMV positioniert sich damit gezielt in einem Segment, das von der Kreislaufwirtschaft und höheren Recyclingquoten getrieben wird.

Brisant ist das Timing: Parallel kursieren Berichte über eine mögliche Fusion von Borealis mit Borouge, einem Petrochemie-Joint-Venture von Borealis und Adnoc. Eine Neuordnung der Eigentümerstruktur könnte die Rolle des Chemiegeschäfts im Konzern nachhaltig verändern – auch wenn konkrete Entscheidungen dazu noch ausstehen.

700-Millionen-Dämpfer im Öl- und Gasgeschäft

Auf der anderen Seite steht ein deutlich schwererer Brocken: das Trading Update vom 15. Januar. OMV kündigte für das vierte Quartal 2025 nicht zahlungswirksame Wertminderungen von rund 700 Mio. Euro an.

Die Belastungen im Detail:

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  • Rund 400 Mio. Euro entfallen auf Förder-Assets in Rumänien, Tunesien und Neuseeland. Hauptgrund sind Produktionsrückgänge in diesen Regionen.
  • Weitere rund 300 Mio. Euro betreffen höhere Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen in Rumänien.

Parallel dazu ging die Gesamtproduktion im vierten Quartal leicht auf 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag zurück, nach 304.000 boe/d im Vorquartal. Die Kombination aus Wertminderungen und sinkender Förderung unterstreicht die Herausforderungen im klassischen Öl- und Gasgeschäft.

Diese Sondereffekte belasten zwar primär die Bilanz und weniger den kurzfristigen Cashflow, sie schränken aber das wahrgenommene Aufwärtspotenzial der Aktie deutlich ein. Kein Wunder, dass viele Investoren die Expansion im Chemiesektor derzeit vor allem als Gegengewicht zu diesen Altlasten sehen.

Kursbild: Seitwärts mit hoher Schwankung

Der Markt reagiert bislang mit Zurückhaltung. Heute legt die Aktie nur minimal um 0,12 % auf 48,46 Euro zu. Auf Wochensicht ergibt sich trotz der Nachrichtenlage ein Minus von rund 2,7 %, während der Titel auf 12‑Monats-Basis noch klar im Plus liegt.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe dem 50‑Tage-Durchschnitt und nur gut 3 % über der 200‑Tage-Linie bei 46,83 Euro. Der RSI von 47,9 signalisiert ein neutrales Momentum – weder Überkauf noch Überverkauf. Gleichzeitig liegt die annualisierte 30‑Tage-Volatilität mit über 66 % auf einem erhöhten Niveau, was die nervöse Gemengelage am Markt widerspiegelt.

Eine wichtige psychologische Zone bleibt der Bereich um 48 Euro, der sich zuletzt mehrfach als Unterstützung gezeigt hat. Nach oben dürfte es ohne klarere Signale aus den kommenden Zahlen schwer werden, das 52‑Wochen-Hoch bei 55 Euro zeitnah anzugreifen.

Ausblick: Februar bringt Klarheit

Insgesamt steckt die OMV Aktie zwischen zwei Polen: Auf der einen Seite die strategische Ausrichtung Richtung Chemie und Kreislaufwirtschaft mit Projekten wie Burghausen und potenziellen Strukturveränderungen bei Borealis. Auf der anderen Seite die hohen Wertberichtigungen und der leichte Produktionsrückgang im Upstream-Geschäft.

Entscheidend wird nun der 4. Februar 2026, wenn die vollständigen Quartalszahlen vorgelegt werden. Dann wird sichtbar, wie stark die genannten Sondereffekte das bereinigte Ergebnis treffen und ob das Management den Umbau in eine klare, finanzielle Perspektive übersetzen kann. Bis dahin spricht vieles für ein weiter schwankungsanfälliges, aber tendenziell seitwärts gerichtetes Kursbild um die aktuellen Niveaus.

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