OMV: Dividende fällt auf 0,60–0,70 Euro
OMV senkt die Dividende aufgrund geringerer Borouge-Ausschüttungen, während das Milliardenprojekt Neptun Deep im Schwarzen Meer voranschreitet.

Kurz zusammengefasst
- Dividende sinkt um bis zu 0,70 Euro
- Neue Ausschüttungsregel ab 2026
- Neptun-Deep-Pipelinebau gestartet
- Aktie zehn Prozent unter Rekordhoch
Im Schwarzen Meer legt OMV den Grundstein für Europas Gasversorgung. Zur gleichen Zeit müssen Aktionäre mit einer spürbar niedrigeren Dividende rechnen. Beides zusammen erklärt, warum der Kurs nach einem starken Jahresstart zuletzt unter Druck geraten ist.
Neptun Deep: Milliardenprojekt nimmt Form an
Seit Mai 2026 bauen OMV Petrom und Romgaz die Pipeline für das Neptun-Deep-Projekt. Die Leitung wird rund 160 Kilometer lang. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa vier Milliarden Euro.
Das Ziel: acht Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Die Förderplattform soll noch 2026 installiert werden. Den ersten Gasfluss plant OMV für 2027.
Dividende fällt kleiner aus als erwartet
Hier liegt der eigentliche Belastungsfaktor für den Kurs. Das Gemeinschaftsunternehmen Borouge wird 2026 voraussichtlich nur rund 250 Millionen US-Dollar ausschütten — statt der ursprünglich erwarteten 500 Millionen. Die Folge: OMV rechnet mit einer Dividendenkürzung von 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie im laufenden Geschäftsjahr.
Ab 2026 gilt eine neue Dividendenformel. Sie kombiniert 50 Prozent der OMV zuzurechnenden Borouge-Dividenden mit 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows aus dem restlichen Geschäft. Erste Ausschüttung nach dieser Regel: 2027.
Hinzu kommt die Verschiebung des Borouge-Börsengangs. Der IPO, das Umtauschangebot und die Kapitalerhöhung wurden in Abstimmung mit ADNOC auf 2027 verlegt.
Kurs unter dem 52-Wochen-Hoch
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 57,85 Euro — rund zehn Prozent unter dem Allzeithoch von 64,40 Euro, das erst am 19. Mai 2026 erreicht wurde. Auf Sieben-Tage-Sicht verlor das Papier knapp zehn Prozent. Seit Jahresbeginn steht jedoch noch ein Plus von fast 20 Prozent zu Buche.
Das Neptun-Deep-Projekt liefert ab 2027 die ersten konkreten Cashflows. Ob sie ausreichen, um die Dividendenlücke aus dem Borouge-Geschäft zu schließen, entscheidet sich mit den Jahreszahlen 2026 — die OMV voraussichtlich im Frühjahr 2027 vorlegt.
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