OMV: Dividende sinkt um 60–70 Cent
Der österreichische Ölkonzern OMV senkt die Dividende drastisch. Grund sind geringere Ausschüttungen des Joint Ventures Borouge.

Kurz zusammengefasst
- Dividende sinkt um bis zu 70 Cent
- Joint Venture Borouge zahlt weniger
- Hybridanleihe über 750 Millionen Euro
- Aktie verliert neun Prozent in einer Woche
Aktionäre des österreichischen Energiekonzerns müssen sich auf magerere Zeiten einstellen. OMV streicht voraussichtlich die Dividende für das laufende Geschäftsjahr spürbar zusammen. Ein schwächelndes Gemeinschaftsunternehmen reißt eine Lücke in die Kasse. Die Börse reagierte prompt mit einem Kursrutsch auf Wochensicht.
Weniger Geld aus Abu Dhabi
Der Grund für den Einschnitt liegt beim Joint Venture Borouge. Das Gemeinschaftsunternehmen schüttet dieses Jahr voraussichtlich nur 250 Millionen US-Dollar an OMV aus. Ursprünglich hatte das Management mit der doppelten Summe gerechnet. Die Folge: Die OMV-Dividende dürfte um 60 bis 70 Cent je Aktie sinken.
Ab 2026 gilt eine neue Berechnungsformel. Diese kombiniert künftig die halbe Borouge-Ausschüttung mit einem Anteil des operativen Cashflows aus dem restlichen Geschäft. Das erste Geld nach diesem Modell fließt im darauffolgenden Jahr. Im Hintergrund ordnet der Großaktionär Abu Dhabi derweil seine Anteile neu. Die staatliche Ölgesellschaft ADNOC reichte ihr Aktienpaket an eine Schwestergesellschaft weiter. An den Mehrheitsverhältnissen ändert das nichts.
Frisches Kapital und trübe Ölaussichten
Trotz der Dividendenkürzung steht das Unternehmen finanziell auf einem soliden Fundament. OMV platzierte am Freitag erfolgreich eine Hybridanleihe über 750 Millionen Euro. Das Papier bietet bis 2032 einen festen Zins von knapp 4,4 Prozent. Damit löst der Konzern im September alte Schulden ab und stärkt das Eigenkapital.
Das Marktumfeld bleibt allerdings schwierig. Die OPEC senkte kürzlich ihre Prognose für das weltweite Ölnachfragewachstum. Parallel dazu fiel der Preis für Brent-Öl auf den tiefsten Stand seit März. Bereits im ersten Quartal hatte der OMV-Vorstand vor sinkenden Gewinnen in der Öl- und Gasförderung gewarnt.
Chartbild bleibt langfristig intakt
An der Börse hinterließen die Nachrichten deutliche Spuren. Die Aktie verlor auf Wochensicht fast neun Prozent und schloss am Freitag bei 58,50 Euro. Damit rutschte der Kurs unter die wichtige 50-Tage-Linie.
Ein kompletter Absturz sieht jedoch anders aus. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier immer noch ein sattes Kursplus von fast 21 Prozent.
Der 100-Tage-Durchschnitt bei 58,05 Euro bietet aktuell eine erste charttechnische Unterstützung. Fällt diese Marke, rückt die 200-Tage-Linie in den Fokus.
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