OMV: Essar-Fund im Sirte-Becken bestätigt
OMV bestätigt kommerziellen Ölfund in Libyen und sichert sich 450 Millionen Euro für den Bau einer großen Wasserstoffanlage in Österreich.

Kurz zusammengefasst
- Kommerzieller Ölfund in Libyen bestätigt
- Rekorddarlehen für grünen Wasserstoff
- Partnerschaft für Exploration im Schwarzen Meer
- KI-Auszeichnung für digitale Transformation
Der österreichische Energiekonzern OMV hat bedeutende Fortschritte in seinem Kerngeschäft sowie bei der strategischen Neuausrichtung gemeldet. Neben der Bestätigung eines massiven Ölfunds in Nordafrika sichert sich das Unternehmen eine Rekordfinanzierung für den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Europa. Diese Entwicklungen unterstreichen die Ambitionen des Konzerns, sowohl die traditionelle Förderung zu optimieren als auch die Transformation zu nachhaltigen Energieträgern zu beschleunigen.
Erhebliche Reserven im Sirte-Becken bestätigt
In Libyen hat die staatliche National Oil Corporation (NOC) gemeinsam mit OMV die kommerzielle Nutzbarkeit des Ölfunds „Essar“ im Sirte-Becken offiziell erklärt. Berichten zufolge werden die förderbaren Reserven in den Sabil-Reservoirs auf rund 195 Millionen Barrel geschätzt. Für die erste Phase der Erschließung wird eine tägliche Produktionsmenge von etwa 5.000 Barrel erwartet.
Die operative Entwicklung des Feldes wird von der Zueitina Oil Operations Company geleitet. Dieser Erfolg zahlt auf die umfassende Strategie Libyens ein, die nationale Ölproduktion bis Ende 2026 auf 1,6 Millionen Barrel pro Tag und langfristig auf 2 Millionen Barrel zu steigern. Für OMV bedeutet die Bestätigung der kommerziellen Rentabilität eine signifikante Stärkung des Upstream-Portfolios in einer Region mit traditionell hohen Förderkapazitäten.
Rekordinvestition in grünen Wasserstoff
Parallel zur fossilen Expansion treibt OMV die Dekarbonisierung voran. Das Unternehmen hat sich ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 450 Millionen Euro gesichert. Laut EIB handelt es sich dabei um die bislang größte Investition der Bank im österreichischen Energiesektor. Das Kapital ist für den Bau einer grünen Wasserstoffanlage in Bruck an der Leitha in Niederösterreich zweckgebunden.
Das Gesamtprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro. Kernstück ist ein 140-MW-Elektrolyseur, der jährlich bis zu 23,000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren soll. Damit gehört die Anlage zu den fünf größten ihrer Art in Europa. Über eine 22 Kilometer lange Pipeline wird der Wasserstoff direkt zur Raffinerie Schwechat transportiert. Dort soll der Einsatz des grünen Energieträgers die CO2-Emissionen um bis zu 150.000 Tonnen pro Jahr senken, was etwa zehn Prozent der aktuellen Emissionen des Standorts entspricht. Der Betriebsstart der Anlage ist für Ende 2027 geplant.
Strategische Allianzen und technologische Fortschritte
Auch im Bereich der Exploration und Digitalisierung setzt der Konzern neue Akzente. Die Tochtergesellschaft OMV Petrom hat eine Partnerschaft mit NewMed Energy Balkan für den Block Han Asparuh im bulgarischen Teil des Schwarzen Meeres vereinbart. OMV Petrom überträgt dabei 50 % der Anteile an den Partner, bleibt jedoch Betreiber des Projekts. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das erste Halbjahr 2025 erwartet. Das betreffende Gebiet umfasst eine Fläche von mehr als 13.700 Quadratkilometern in Wassertiefen von bis zu zwei Kilometern.
Zusätzlich erhielt OMV bei der SAP Energy and Utilities Conference in Toulouse den erstmals verliehenen Energy and Utilities Innovation Award in der Kategorie Künstliche Intelligenz. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für seine Transformation mithilfe von SAP Business AI.
An der Börse spiegeln sich die operativen Erfolge in einer positiven Tendenz wider. Mit einem aktuellen Kurs von 61,45 € konnte die Aktie seit Jahresbeginn bereits um 30,05 % zulegen. Bis zum Erreichen des 52-Wochen-Hochs verbleibt derzeit ein Abstand von 4,58 %. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich damit auf rund 20,05 Milliarden Euro.
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