OMV: Gewinn um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden

OMV verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen massiven Gewinnanstieg und kündigt einen Führungswechsel an. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Eduard Altmann ·
Omv Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bereinigtes Ergebnis steigt um 65 Prozent
  • Nettogewinn mehr als verdoppelt
  • Führungswechsel zu Emma Delaney im August
  • Prognose für Gesamtjahr 2026 bestätigt

Der österreichische Energie- und Chemiekonzern OMV hat das zweite Quartal 2026 mit einem massiven Gewinnwachstum abgeschlossen. Getrieben durch ein vorteilhaftes Marktumfeld und eine hohe Auslastung der Raffineriekapazitäten konnte das Unternehmen seine Ergebnisse in fast allen Segmenten deutlich steigern. Diese starke operative Entwicklung fällt mit einer bedeutenden personellen Zäsur zusammen: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Alfred Stern bereitet derzeit die Übergabe der Konzernführung an Emma Delaney vor, die das Amt Ende August übernehmen wird.

Rekordergebnisse durch Ölpreis und Raffineriemarge

Im zweiten Quartal 2026 kletterte das bereinigte operative Ergebnis (CCS) um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes, die im Vorfeld bei etwa 1,66 Milliarden Euro gelegen hatten. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim Nettogewinn aus, der mit 929 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahreszeitraum.

Maßgeblich für diesen Erfolg waren die gestiegenen Rohstoffpreise und verbesserte Konditionen in der Verarbeitung. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters notierte der Brent-Ölpreis im zweiten Quartal im Schnitt bei rund 104 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Parallel dazu verdoppelte sich die europäische Raffineriemarge auf rund 20,3 US-Dollar je Fass. In der Raffinerie Schwechat konnte die Kapazitätsauslastung zudem auf 90 Prozent gesteigert werden.

In den einzelnen Sparten zeigte sich ein differenziertes Bild: Das Segment Öl und Gas steigerte sein Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Millionen Euro. Die Chemiesparte verdoppelte ihr Ergebnis auf 429 Millionen Euro, wobei die Beteiligung Borouge International einen signifikanten Beitrag von 349 Millionen Euro leistete. Die Mitarbeiterzahl des Konzerns sank unterdessen um 30 Prozent auf rund 16.000 Personen, was primär auf die Dekonsolidierung von Borealis zurückzuführen ist.

Strategische Exploration und neue Gasquellen

OMV treibt unterdessen seine Bemühungen zur Sicherung der Energieversorgung voran. Am Gasknotenpunkt Baumgarten haben sich die Ströme grundlegend gewandelt und fließen nun verstärkt aus dem Nordwesten statt aus dem Osten. Um die inländische Produktion in Österreich zu stützen, setzt das Unternehmen auf das Gasfeld Wittau, das die nationale Förderung um etwa 50 Prozent steigern soll. Ein weiterer Eckpfeiler der langfristigen Strategie ist das Projekt Neptun Deep in Rumänien, dessen Start für 2027 geplant ist und künftig bis zu drei Prozent des europäischen Gasbedarfs decken könnte.

Auch international erweitert der Konzern seine Explorationsaktivitäten. In Bulgarien ist OMV nun Teil einer neuen Partnerschaft im Khan Tervel Block 1-26 im Schwarzen Meer. Nach einer Genehmigung durch die bulgarische Regierung hält OMV an diesem über 3.800 Quadratkilometer großen Feld eine Beteiligung von 25 Prozent, während Shell als Operator 42 Prozent und das türkische Unternehmen TPAO 33 Prozent halten. Geplant sind zunächst seismische Untersuchungen, denen eine erste Explorationsbohrung folgen soll.

Marktreaktion und Ausblick

An der Börse wurde die Entwicklung positiv aufgenommen. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 62,85 Euro. Damit notiert das Papier derzeit 33,02 Prozent über dem Wert zu Beginn des Jahres. Der aktuelle Kurs liegt zudem nur 3,23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 64,95 Euro, das erst am 23. Juli markiert worden war.

Für das Gesamtjahr konkretisierte das Management seine Prognosen. OMV erwartet eine Gesamtproduktion zwischen 280.000 und 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Beim Ölpreis geht der Konzern von einem Brent-Niveau zwischen 85 und 95 US-Dollar pro Fass aus, während für die Raffineriemarge ein Wert von etwa 20 US-Dollar veranschlagt wird. Trotz der starken Zahlen warnte die scheidende Konzernspitze vor potenziellen Herausforderungen bei der Befüllung der Gasspeicher und möglichen Lieferkettenproblemen.

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Omv Aktie

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KGV 17,82
Sektor Energie
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Marktkapitalisierung 20,68 Mrd. EUR
ISIN: AT0000743059 WKN: 874341

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