OMV: Stern warnt vor Gasspeicher-Krise
OMV-Chef Stern sieht Europa vor einer kritischen Phase bei der Gasversorgung. Klimaaktivisten stören die Hauptversammlung in Wien.

Kurz zusammengefasst
- Stern warnt vor Gasknappheit
- Klimaaktivisten stürmen die Bühne
- Neue Gesichter im Aufsichtsrat
- Börsengang auf 2027 verschoben
Turbulenzen im Saal, Turbulenzen am Markt — die OMV-Hauptversammlung in Wien geriet zur Bühne für Klimaproteste und eindringliche Warnungen des scheidenden Konzernchefs. Alfred Stern sieht Europa vor einer kritischen Phase bei der Gasversorgung.
Kurzfristig gesichert, mittelfristig brisant
Stern machte die Lage deutlich: Die unmittelbare Gasversorgung steht, die eigentliche Herausforderung liegt in den kommenden Monaten. Europa muss seine Speicher füllen — bei weltweit knappem Flüssigerdgas. Der Iran-Krieg verschärft die Engpässe zusätzlich.
Die OMV selbst hat sich neu aufgestellt. Seit Ende 2024 bezieht der Konzern zum ersten Mal seit über 60 Jahren kein russisches Gas mehr.
Aktivisten stürmen die Bühne
Klimaaktivisten unterbrachen das Aktionärstreffen mehrfach mit Gesangseinlagen. Aufsichtsratschef Lutz Feldmann musste die Sitzung pausieren und warnte andere Aktionäre davor, selbst einzugreifen. Nach vergeblichen Ermahnungen ließ er die Störer vom Ordnungsdienst entfernen.
Aufsichtsrat mit frischen Gesichtern
Die Hauptversammlung wählte vier Aufsichtsratsmitglieder: Edith Hlawati und Patrick Lammers wurden wiedergewählt, Andreas Klauser und Ahmed El-Hoshy neu bestellt. Palfinger-Chef Klauser rückt damit erstmals in das Kontrollgremium ein.
Alle weiteren Tagesordnungspunkte passierten die Abstimmung — darunter die neue Vorstandsvergütung und Satzungsänderungen. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten die Entlastung für 2025.
Stabwechsel im September
Für Stern war es der letzte HV-Auftritt. Im September übernimmt BP-Managerin Emma Delaney die Konzernführung. In einer Grußbotschaft betonte die Designierte ihre Erfahrung mit tiefgreifenden Branchentransformationen. Klare Strategie, konsequente Umsetzung und eine mitgenommene Belegschaft seien in Zeiten des Wandels entscheidend.
Borouge-Fusion läuft, Börsengang verschoben
Stern bezeichnete die Gründung des Chemie-Konzerns Borouge International als strategischen Meilenstein. Das im März mit Partner Adnoc gegründete Unternehmen bündelt Borealis, Borouge und Nova Chemicals. Die Integration läuft — es entsteht eine von Europa aus gesteuerte Plattform in der Kunststoffindustrie.
Den geplanten Börsengang haben OMV und Adnoc auf 2027 verschoben. Die Dividende des Joint Ventures wurde für 2026 halbiert.
Die OMV-Aktie notiert bei 61,15 Euro und hat seit Jahresbeginn 26 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 63,85 Euro trennen sie nur vier Prozent.
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