Oracle: $0.50 Dividende gezahlt
Oracle-Aktie erholt sich deutlich, zahlt Dividende aus und treibt KI-Investitionen voran. Analysten sind gespalten über die faire Bewertung angesichts hoher Schulden und eines großen Auftragspolsters.

Kurz zusammengefasst
- Aktie legt über 39 Prozent seit Februar-Tief zu
- Dividende von 0,50 Dollar je Aktie ausgezahlt
- Hohe Schulden und negativer freier Cashflow belasten
- Massives KI-Auftragspolster von 553 Milliarden Dollar
Oracle-Aktionäre hatten am Donnerstag gleich zwei Gründe, auf den Kurs zu schauen: Die Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie wurde ausgezahlt — und die Aktie legte intraday mehr als vier Prozent zu. Das Papier setzt damit eine bemerkenswerte Erholung fort, die viele Beobachter noch vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten hätten.
Comeback aus dem Tief
Der Kursanstieg der vergangenen Wochen ist beachtlich. Seit dem 52-Wochen-Tief im Februar hat die Aktie rund 39 Prozent zugelegt, auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von über 26 Prozent. Jahresbeginn bleibt die Bilanz mit minus 3,4 Prozent noch leicht negativ — und vom Allzeithoch im September 2025 bei 280,70 Euro trennt den Kurs noch immer ein Abstand von über 40 Prozent.
Der RSI von 28,6 signalisiert technisch überverkaufte Bedingungen, was die jüngste Gegenbewegung zumindest teilweise erklärt. Fundamental hat Oracle in den vergangenen Wochen nachgeholfen: neue KI-Anwendungen im Fusion-Cloud-Portfolio, erweiterte Multicloud-Anbindungen an AWS und Google Cloud sowie Fortschritte im Gesundheitssegment Oracle Health.
Bewertung: Schnäppchen oder faire Einpreisung?
Hier scheiden sich die Geister. Ein DCF-Modell von Simply Wall St errechnet einen fairen Wert von rund 266 Dollar je Aktie — gegenüber dem aktuellen Kursniveau wäre das ein Abschlag von etwa einem Drittel. Das KGV von rund 31,6 liegt nahe dem Branchendurchschnitt von 30, aber deutlich unter dem Peer-Group-Schnitt von 56.
Die Gegenposition ist nicht ohne Substanz. Oracle trägt langfristige Schulden von 124,7 Milliarden Dollar, die Zinsbelastung stieg um 32 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow ist tief negativ — getrieben von Investitionsausgaben von 48,25 Milliarden Dollar in den vergangenen vier Quartalen. Das ist der Preis für Oracles aggressiven KI-Infrastrukturaufbau.
KI-Backlog als Wachstumsanker
Was Bullen an Oracle festhält, ist das Auftragspolster: 553 Milliarden Dollar an noch nicht realisierten Leistungsverpflichtungen, darunter Großverträge mit OpenAI, Meta und xAI. Oracle betont, dass ein Großteil der Ausrüstung entweder durch Kundenvorkasse finanziert oder direkt von Kunden gestellt wird — das begrenzt das eigene Kapitalrisiko.
40 Brokerhäuser begleiten die Aktie laut MarketBeat mit einem Konsens von „Moderat Kaufen“. Die Kursziele reichen von 160 bis 400 Dollar, was die Bandbreite der Einschätzungen gut illustriert.
Einen Schatten wirft die laufende Sammelklage „Barrows v. Oracle“, die dem Unternehmen vorwirft, Investoren über die Machbarkeit seiner KI-Investitionsstrategie getäuscht zu haben. Das Verfahren läuft — und dürfte die Bewertungsdiskussion noch eine Weile begleiten.
Langfristige Ziele als Maßstab
Oracle peilt für 2027 einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden Dollar an. Beim Cloud-Infrastrukturumsatz soll es von 18 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr auf 32 Milliarden im nächsten Jahr gehen — mit weiteren Sprüngen bis 2030. Ob die Aktie ihren Erholungskurs halten kann, hängt letztlich davon ab, wie schnell die massiven Kapitalausgaben in positiven freien Cashflow umschlagen.
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