Oracle: 22 AWS-Regionen bis Q4-Ende
Oracle-Aktie erholt sich dank AWS-Partnerschaft, doch hohe Schulden und Investitionen belasten. Die Q4-Zahlen am 16. Juni werden richtungsweisend.

Kurz zusammengefasst
- AWS-Partnerschaft treibt Kurserholung
- Auftragsrückhalt wächst auf 553 Milliarden
- Schuldenlast von 125 Milliarden Dollar
- Analysten uneins über Kursziele
Starkes Wachstum, ein gewaltiger Auftragsrückhalt — und eine Schuldenlast, die Investoren zunehmend beschäftigt. Oracle steht vor einer entscheidenden Phase: Das Q4-Ergebnis am 16. Juni wird zeigen, ob der jüngste Kursanstieg auf solidem Fundament steht oder auf Erwartungen, die das Unternehmen noch einlösen muss.
Die Aktie notiert aktuell bei 145,62 Euro, rund 13 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Auf Sicht von 30 Tagen hat sich das Papier allerdings um gut 15 Prozent erholt — getrieben vor allem von der erweiterten Multicloud-Partnerschaft mit Amazon Web Services.
AWS-Expansion als nächster Prüfstein
Oracle hat sein Multicloud-Netzwerk in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Allein die Zahl der AWS-Regionen stieg von zwei auf acht — bis Ende Mai sollen es 22 sein. Gelingt das, wäre es ein handfester Beleg dafür, dass die Infrastrukturstrategie operativ funktioniert. Für Enterprise-Kunden, die Workloads über mehrere Cloud-Umgebungen verteilen, sinkt damit die Hürde, Oracle-Dienste einzusetzen.
Der Kursanstieg von rund 25 Prozent innerhalb einer einzigen Woche nach Bekanntgabe der AWS-Partnerschaft zeigt, wie groß die Erwartungen sind. Das Papier liegt inzwischen über seinem 50-Tage-Durchschnitt — der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 184 Euro bleibt jedoch ein deutliches Stück entfernt.
Wachstum ja, aber zu welchem Preis?
Die Bullen stützen sich auf beeindruckende Wachstumszahlen. Der Auftragsrückhalt (RPO) wuchs um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. GPU-Umsätze legten 177 Prozent zu, der Multi-Cloud-Datenbankverbrauch sogar 817 Prozent. Für das Gesamtjahr 2027 peilt Oracle einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar an. Für Q4 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent in konstanten Währungen.
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Das Bärenlager verweist auf die Kehrseite: Die langfristigen Schulden belaufen sich auf rund 125 Milliarden Dollar, der Zinsaufwand stieg um 32 Prozent. Der freie Cashflow ist bei Investitionen von knapp 48 Milliarden Dollar tief negativ. Solange die Zinsen hoch bleiben, bleibt das Finanzierungsrisiko real.
Analysten uneins über Kursziel
Von 46 Analysten, die Oracle abdecken, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 261 Dollar — allerdings klafft die Spanne weit auseinander: Guggenheim sieht 400 Dollar als Ziel, RBC Capital hält 160 Dollar für realistisch. Diese Divergenz spiegelt die zentrale Unsicherheit wider: Wann und in welchem Ausmaß zahlen sich die massiven Investitionen aus?
Am 16. Juni liefert Oracle die Antwort — zumindest eine erste. Der EPS-Konsens für Q4 liegt bei 1,95 Dollar. Nach dem Ausnahme-Quartal Q3, in dem sowohl Umsatz als auch bereinigter Gewinn je Aktie erstmals seit 15 Jahren um mehr als 20 Prozent wuchsen, ist die Messlatte hoch gelegt.
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