Oracle: 22 neue Fusion Agentic Applications
Oracle treibt die KI-Transformation mit Milliardeninvestitionen voran, während Schulden und Kursverluste die Bilanz belasten.

Kurz zusammengefasst
- Einführung von 22 KI-Anwendungen
- Cloud-Umsatz steigt um 84 Prozent
- Investitionen von bis zu 50 Milliarden
- Aktie verliert seit Jahresbeginn zwölf Prozent
Rekordaufträge auf der einen Seite, ein massiver Schuldenberg auf der anderen. Oracle vollzieht derzeit einen teuren Wandel. Der Softwarekonzern richtet sein gesamtes Geschäftsmodell auf KI-gesteuerte Prozesse aus und nimmt dafür immense Summen in die Hand.
Auf der „AI World Tour“ in London skizzierte Vizepräsident Steve Miranda die neue Ausrichtung. Das Unternehmen führt 22 sogenannte „Fusion Agentic Applications“ ein. Diese Programme sollen manuelle Software-Aufgaben durch KI-gesteuerte Abläufe ersetzen.
Oracle hat bereits mehr als 1.000 solcher KI-Agenten in sein Ökosystem integriert. Kunden erhalten diese Werkzeuge im Rahmen bestehender Lizenzmodelle ohne zusätzliche Abogebühren. Mittelfristig erwartet das Management, dass diese autonomen Workflows zum Standard im Unternehmensalltag werden.
Explodierende Auftragsbücher, hohe Kosten
Die Strategie schlägt sich deutlich in den Büchern nieder. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur um 84 Prozent auf 4,89 Milliarden US-Dollar. Die ausstehenden Leistungsverpflichtungen (RPO) vervielfachten sich auf 553 Milliarden US-Dollar.
Dieser enorme Auftragsbestand erfordert jedoch gewaltige Vorleistungen. Der Konzern baut seine Rechenzentren massiv aus, um die Nachfrage bedienen zu können.
Für das Jahr 2026 plant Oracle Investitionen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar. Das drückt auf die Bilanz: Zum Stichtag Ende April verzeichnet das Unternehmen einen Schuldenberg von knapp 125 Milliarden US-Dollar. Auch der freie Cashflow rutschte tief ins Minus.
Schwache Kursentwicklung trifft auf Analysten-Optimismus
An der Börse sorgen die hohen Kapitalanforderungen für Zurückhaltung. Die Oracle-Aktie notiert aktuell bei 147,22 Euro und hat damit seit Jahresbeginn fast zwölf Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch ist das Papier mittlerweile über 47 Prozent entfernt.
Ein RSI-Wert von 20,7 signalisiert derzeit eine stark überverkaufte Situation. Aktionäre erhalten derweil eine geplante Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar je Anteilsschein.
Analysten bewerten die Lage deutlich positiver. Sie verweisen darauf, dass die massiven Investitionen durch feste Verträge abgesichert sind. Der Konsens lautet „Strong Buy“, wobei das durchschnittliche Kursziel bei rund 245 US-Dollar liegt.
Die institutionellen Investoren positionieren sich bereits für die nächste Phase. So stockte Kerusso Capital Management seine Anteile zuletzt um rund ein Drittel auf. Operativ peilt Oracle für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar an. Getragen wird dieses Ziel von der neuen KI-Ausrichtung und den laufenden Multi-Cloud-Partnerschaften mit Amazon und Google.
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