Oracle: 300 Milliarden OpenAI-Abhängigkeit belastet

Hohe Abhängigkeit von einem Großkunden und steigende Schulden belasten den Oracle-Aktienkurs.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Riesenauftrag von OpenAI birgt Risiko
  • Schulden stiegen um 60 Prozent
  • Kreditmärkte zeigen Skepsis
  • Aktie notiert im überverkauften Bereich

Mehr als die Hälfte von Oracles aufgeblähtem Auftragsbestand hängt an einem einzigen Kunden. Das ist das eigentliche Problem hinter dem jüngsten Kursrückgang.

Wenn ein Vertrag alles dominiert

Oracles verbleibende Leistungsverpflichtungen — im Fachjargon Remaining Performance Obligations (RPOs) — sind im Jahresvergleich um 325 Prozent auf rund 553 Milliarden Dollar gestiegen. Klingt beeindruckend. Allerdings entfallen geschätzte 300 Milliarden Dollar davon auf einen einzigen Fünfjahresvertrag mit OpenAI für Cloud-Infrastruktur.

Das ist ein Klumpenrisiko erster Güte. Berichte deuten darauf hin, dass einige große Cloud-Kunden Schwierigkeiten bekommen könnten, künftige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Oracle hat bereits eine Bestellung von rund 300 bis 400 Server-Racks storniert — ein Auftrag im Wert von bis zu 1,4 Milliarden Dollar. Das lässt aufhorchen.

Schulden wachsen schneller als das Vertrauen

Parallel dazu hat Oracle seinen Schuldenberg massiv ausgebaut. Die Gesamtverbindlichkeiten lagen zuletzt bei rund 153 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 60 Prozent in drei Jahren. S&P Market Intelligence rechnet damit, dass die Nettoverschuldung bis 2029 auf 176 Milliarden Dollar steigen könnte.

Die Kreditmärkte reagieren. Die fünfjährigen Credit Default Swaps auf Oracle erreichten am 28. April ein Zweiwochenhoch. Anleiheinvestoren sind also skeptischer als Aktionäre. Trotzdem plant Oracle für das laufende Geschäftsjahr Investitionen zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur.

Für die Energieversorgung dieser Rechenzentren setzt das Unternehmen auf Brennstoffzellen von Bloom Energy. Bis 2027 sollen Kapazitäten von bis zu 2,8 Gigawatt entstehen. Ein Rechenzentrum in Michigan finanziert Oracle mit bis zu 16 Milliarden Dollar aus Projektfinanzierungen.

Kurs unter Druck, Analysten bleiben optimistisch

Die Aktie schloss am Dienstag bei 141,66 Euro — rund 22 Prozent über dem 52-Wochen-Tief, aber fast 50 Prozent unter dem Höchststand vom September 2025. Der RSI liegt bei 26,5 und signalisiert damit eine deutlich überverkaufte Lage.

Der nächste harte Datenpunkt kommt im Juni 2026: Dann legt Oracle die Ergebnisse des vierten Quartals vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,88 Dollar bei einem Umsatz von rund 19 Milliarden Dollar. Das Konsens-Kursziel liegt trotz aller Bedenken bei etwa 247 Dollar — mit mehrheitlich positiven Empfehlungen. Ob die Zahlen im Juni das Vertrauen in den OpenAI-Vertrag stärken oder weiter erschüttern, wird die Richtung vorgeben.

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Oracle Aktie

121,48 EUR

– 0,14 EUR -0,12 %
KGV 20,78
KUV 5,88
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,46 %
Marktkapitalisierung 401,98 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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