Oracle: 50-Milliarden-CAPEX-Ziel belastet Kurs
Massive KI-Investitionen von 50 Mrd. Dollar belasten Oracles freien Cashflow und treiben Schulden auf 149 Mrd. Dollar. Das Cloud-Geschäft wächst rasant.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert über drei Prozent
- Investitionen von 50 Milliarden Dollar geplant
- Cloud-Umsätze steigen um 44 Prozent
- Führungskräfte verkaufen Unternehmensanteile
Volle Auftragsbücher, leere Kassen beim freien Cashflow – bei Oracle klaffen operatives Geschäft und finanzielle Realität zunehmend auseinander. Der Softwarekonzern baut seine Infrastruktur für künstliche Intelligenz massiv aus. Die Rechnung dafür sorgt an der Börse für spürbare Nervosität. Die Aktie gab am Donnerstag um 3,49 Prozent auf 154,42 Euro nach.
Hohe Ausgaben drücken auf die Margen
Der Markt fokussiert sich zunehmend auf die aggressiven Ausgabenpläne des Managements. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt Oracle Investitionen von 50 Milliarden US-Dollar an. Dem steht aktuell ein operativer Cashflow von lediglich 23,5 Milliarden Dollar gegenüber.
Das Resultat ist ein massives Defizit beim freien Barmittelzufluss. Analysten von Morgan Stanley reagierten bereits und senkten ihr Kursziel auf 207 Dollar. Sie verweisen auf die Risiken bei der Finanzierung der neuen GPU-as-a-Service-Initiativen und befürchten Druck auf die operativen Margen.
Parallel dazu wächst der Schuldenberg. Bis Februar 2026 kletterten die Verbindlichkeiten auf 149 Milliarden Dollar. Das entspricht nahezu einer Verdopplung innerhalb von drei Jahren.
Cloud-Geschäft wächst rasant
Operativ läuft es für den Konzern indes hervorragend. Der geschätzte Auftragsbestand beläuft sich auf rund 550 Milliarden Dollar. Damit positioniert sich Oracle branchenweit auf dem zweiten Platz hinter Microsoft Azure und lässt AWS hinter sich.
Im abgelaufenen Quartal kletterten die Cloud-Umsätze um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar. Das Infrastruktur-Segment wuchs sogar noch dynamischer und verzeichnete ein Plus von 84 Prozent.
Ein weiterer Treiber ist die erweiterte Partnerschaft mit Google. Auf der jüngsten Google Cloud Next Veranstaltung bestätigten die Unternehmen die Integration von Oracles KI-Agenten in die Gemini Enterprise Plattform. Firmenkunden können diese Lösungen nun in zahlreichen globalen Regionen einsetzen.
Insider trennen sich von Aktien
Während das Unternehmen Milliarden investiert, nehmen Führungskräfte Geld vom Tisch. CEO Clayton M. Magouyrk verkaufte kürzlich 10.000 Aktien, Executive Vice President Stuart Levey trennte sich von 15.000 Papieren.
Trotz dieser Verkäufe notiert die Aktie auf Monatssicht noch gut 21 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von rund 280 Euro bleibt allerdings beträchtlich.
Am 10. Juni legt Oracle die nächsten Quartalszahlen vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,89 Dollar bei einem Umsatz von gut 19 Milliarden Dollar. Ein Übertreffen dieser Prognose, wie bereits im Vorquartal, könnte die Bedenken bezüglich der hohen Schuldenlast zumindest kurzfristig dämpfen.
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