Oracle Aktie: 100 Milliarden Dollar Investitionsplan
Massive Ausgaben für Rechenzentren treiben Oracles Schulden in die Höhe und lassen den Aktienkurs einbrechen.

Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs verliert 38 Prozent in 30 Tagen
- Auftragsbestand erreicht 638 Milliarden US-Dollar
- Investitionsplan für 2027 bei fast 100 Milliarden
- Freier Cashflow rutscht tief ins Minus
KI-Modelle brauchen Rechenzentren. Oracle baut diese Infrastruktur aktuell in rasantem Tempo aus. Allerdings schockiert der Preis für diese Expansion die Wall Street. Der Aktienkurs befindet sich im freien Fall. In nur 30 Tagen verlor das Papier rund 38 Prozent an Wert. Aktuell notiert die Aktie bei knapp 123 Euro. Das ist ein scharfer Kontrast zur eigentlichen Erfolgsgeschichte des Konzerns.
Ein gigantischer Auftragsberg
Der Software-Gigant sitzt auf einem massiven Polster an Bestellungen. Die vertraglichen Verpflichtungen belaufen sich auf unglaubliche 638 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überholt Oracle beim Auftragsbestand sogar Microsoft. Ein Fünfjahresvertrag mit OpenAI bringt davon angeblich über 300 Milliarden Dollar ein.
Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das Angebot bei Weitem. Der Umsatz der Cloud-Infrastruktur-Sparte wuchs im letzten Quartal beinahe auf das Doppelte. Oracle hat die Kunden. Jetzt muss der Konzern die physische Technik liefern.
Die Rechnung wird präsentiert
Genau hier liegt das Problem. Rechenzentren sind extrem teuer. Im Geschäftsjahr 2026 flossen bereits fast 56 Milliarden Dollar in den Ausbau. Die Ausgaben explodieren. Für das kommende Jahr plant das Management noch gewaltigere Summen. Knapp 100 Milliarden Dollar stehen auf dem Investitionsplan.
Diese gigantischen Summen reißen ein tiefes Loch in die Kasse. Der freie Cashflow rutschte zuletzt auf minus 23,7 Milliarden Dollar ab. Die Schuldenlast steigt massiv. Das Unternehmen muss nun massiv frisches Kapital aufnehmen. Kredite und neue Aktien sollen die Bauvorhaben finanzieren.
Skepsis an der Börse
Investoren hassen Unsicherheit. Kein Wunder. Baukosten steigen spürbar, Lieferketten haken immer wieder. Der Markt straft dieses Risiko rigoros ab. Vom 52-Wochen-Hoch bei rund 280 Euro ist das Papier mittlerweile 56 Prozent entfernt. Der Relative-Stärke-Index steht bei 26. Die Aktie gilt damit technisch als stark überverkauft.
Analysten bleiben dennoch erstaunlich gelassen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 220 Euro. Experten sehen die großen Gewinne erst ab 2027 aufziehen. Dann sollen die neuen Anlagen endlich Geld abwerfen. Schafft Oracle es, eines der größten Infrastrukturprojekte der Wirtschaftsgeschichte ohne finanzielle Havarie abzuschließen?
Das Management wettet die Zukunft des 368 Milliarden Euro schweren Konzerns komplett auf den KI-Boom. Die massiven Ausgaben der Gegenwart sind zwar durch Verträge gedeckt. Jeder Projektverzug würde die finanzielle Anspannung des Konzerns nun aber sofort dramatisch verschärfen.
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