Oracle Aktie: 5-Prozent-Rückgang nach Alphabet-Ankündigung
Oracles Aktie fällt nach Alphabets Milliarden-Ankündigung. Trotz gigantischem Auftragsbestand belasten hohe Investitionen den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückgang nach Alphabets Kapitalerhöhung
- Riesiger Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar
- Hohe Verschuldung für Rechenzentrumsausbau
- Quartalszahlen am 10. Juni im Fokus
Nach einem Kursanstieg von fast 30 Prozent innerhalb von nur drei Handelstagen folgte am Mittwoch die Gegenbewegung. Die Oracle-Aktie verlor rund 5 Prozent — und der Auslöser kam nicht aus dem eigenen Haus.
Alphabets Milliarden-Ankündigung trifft die ganze Branche
Alphabet kündigte an, 80 Milliarden Dollar über eine Aktienplatzierung einzusammeln. Das Geld soll in KI-Infrastruktur fließen. Für Investoren war das ein Weckruf: Wer im KI-Rennen vorne bleiben will, braucht astronomische Summen.
Oracle trifft das besonders hart. Das Unternehmen baut sein Rechenzentrum-Netz aggressiv aus — finanziert in einer Phase, in der der freie Cashflow negativ ist. Die Kapitalintensität ist real. Kein Wunder, dass Anleger nach dem jüngsten Kurssprung Gewinne mitnahmen.
Riesiger Auftragsbestand, aber teurer Aufbau
Auf der anderen Seite steht ein beeindruckender Puffer: Oracle meldet einen Rückstand an noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen von 553 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr — und rund neun Jahren des aktuellen Umsatzniveaus.
Die Nachfrage ist also da. Das Problem ist das Tempo des Aufbaus. Analysten von Mizuho schätzen, dass Oracle Investoren davon überzeugen muss, die Gesamtverschuldung für den Rechenzentrumsbau unter 100 Milliarden Dollar zu halten. Ob das gelingt, bleibt offen.
Die Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro, hat auf Jahressicht aber trotzdem über 35 Prozent zugelegt. Der RSI liegt bei 68 — technisch noch kein überkauftes Terrain, aber nah dran.
Quartalszahlen am 10. Juni als nächster Test
Am 10. Juni 2026 veröffentlicht Oracle nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Optionsmärkte preisen eine Kursbewegung von bis zu 12 Prozent ein. Analysten erwarten einen Gewinn von 1,96 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 19,1 Milliarden Dollar.
Die Kursziele klaffen weit auseinander: UBS hob das Ziel zuletzt auf 285 Dollar an und verwies auf die starke KI-Dynamik. Mizuho ist optimistischer und sieht 320 Dollar als fairen Wert.
Parallel läuft ein massiver Stellenabbau. Oracle streicht knapp 30.000 Stellen und verlagert Ressourcen in wachstumsstarke KI-Segmente. Die Quartalszahlen werden zeigen, ob dieser Umbau bereits Spuren in den Margen hinterlässt — und ob das Wachstumstempo die hohen Bewertungserwartungen rechtfertigt.
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