Oracle Aktie: 638 Milliarden Auftragsbestand

Oracles Rekordausgaben für KI-Rechenzentren drücken die Aktie trotz starkem Auftragsbestand deutlich ins Minus.

Dr. Robert Sasse ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert über 36 Prozent im Monat
  • Investitionen von bis zu 95 Milliarden geplant
  • Cloud-Auftragsbestand erreicht 638 Milliarden Euro
  • Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial von 75 Prozent

Der Umbau vom klassischen Software-Giganten zum Fundament der globalen KI-Infrastruktur verläuft selten reibungslos. Oracle erlebt das gerade schmerzhaft. Der Markt straft selbst die ehrgeizigsten Wachstumsstorys gnadenlos ab. Vor allem dann, wenn das Preisschild sichtbar wird. Nach einem brutalen Absturz um über 36 Prozent im letzten Monat ging die Aktie am Freitag bei 126,30 Euro aus dem Handel. Ein kleines Plus von knapp drei Prozent bietet da kaum Trost.

Milliarden für Rechenzentren

Der zentrale Konflikt bei Oracle liegt aktuell auf dem Tisch. Einem gigantischen Auftragsbestand stehen immense Kosten gegenüber. Die Einnahmen der Cloud-Infrastruktur kletterten im letzten Geschäftsjahr um satte 93 Prozent. Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand liegt mittlerweile bei beeindruckenden 638 Milliarden Euro.

Aber die Infrastruktur des KI-Zeitalters frisst Geld. Der Bau riesiger Rechenzentren und souveräner Cloud-Regionen ist ein extrem teures Unterfangen. Oracle rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit Investitionsausgaben von knapp 56 Milliarden Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung zum Vorjahr.

Für 2027 plant das Management sogar mit Ausgaben von bis zu 95 Milliarden Euro. Diese extreme Kapitalintensität verschreckt Investoren massiv. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 24 Prozent an Wert. Die Märkte fürchten schlichtweg um die Profitabilität.

Die teure Verteidigungs-Nische

Abseits breiter KI-Anwendungen sucht Oracle gezielt eine lukrative Nische. Der Konzern fokussiert sich auf hochsichere, souveräne Infrastruktur. Um die strengen Vorgaben des europäischen KI-Gesetzes zu erfüllen, baut Oracle seine Europa-Kapazitäten aus. Standorte wie Madrid und Frankfurt stehen dabei im Mittelpunkt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Verteidigungssektor. Das sogenannte „Oracle Defense Ecosystem“ soll junge Technologiefirmen mit nationalen Sicherheitsbehörden vernetzen. Langfristig bietet dieser Fokus enormen Rückenwind.

Kurzfristig belasten diese strategisch sinnvollen Projekte jedoch die Bilanz. Sie erfordern gewaltige Vorabinvestitionen. Der Markt bewertet aktuell genau dieses Problem. Hohe Ausgaben drücken spürbar auf den freien Cashflow.

Chartbild im Keller, Analysten hoffen

Der technische Schaden nach dem massiven Abverkauf ist enorm. Aktuell notiert Oracle mehr als 55 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von gut 280 Euro. Auch die wichtige 200-Tage-Linie ist mit einem deutlichen Abstand weit entfernt.

Kein Wunder. Ein RSI-Wert von rund 30 signalisiert eine stark überverkaufte Situation am Rande der Panik. Trotzdem bleibt die Analystengemeinde überraschend optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 221 Euro. Das entspricht einem theoretischen Aufwärtspotenzial von satten 75 Prozent.

Hier klafft eine massive Lücke zwischen Marktstimmung und Expertenmeinung. Die Börse blickt starr auf die kurzfristigen Kosten des Rechenzentrums-Ausbaus. Analysten sehen in dem riesigen Auftragsbestand dagegen einen mehrjährigen Katalysator. Dieser Faktor sei im aktuellen Kurs noch gar nicht eingepreist.

Zum Start ins Wochenende steht Oracle damit an einem Scheideweg. Die Transformation des Geschäftsmodells funktioniert operativ. Aber der dramatische Kursverfall von rund 37 Prozent auf Jahressicht sendet ein klares Signal. Investoren vergeben keine Blankoschecks mehr für reines Umsatzwachstum. Die Börse fordert einen klaren Weg zurück zu einem starken Cashflow.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 4. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Oracle Aktie

126,36 EUR

+ 2,14 EUR +1,72 %
KGV 24,44
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,36 %
Marktkapitalisierung 410,47 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

Community Forum zu Oracle

Ähnliche Artikel

Sivers Semiconductors Aktie: 18,34 Prozent Rebound nach Verwässerung

Sivers Semiconductors Aktie: 18,34 Prozent Rebound nach Verwässerung

Trading & Momentum ·
Bayer Aktie: Countdown zum Milliarden-Deal

Bayer Aktie: Countdown zum Milliarden-Deal

Pharma & Biotech ·
Oracle Aktie: 638 Milliarden Auftragsbestand

Oracle Aktie: 638 Milliarden Auftragsbestand

KI & Quantencomputing ·
Centrotherm Aktie: Euroraum-Nachfrage bricht um 21 Prozent ein

Centrotherm Aktie: Euroraum-Nachfrage bricht um 21 Prozent ein

Industrie ·
Uranium Energy Aktie: Burke Hollow im Fokus

Uranium Energy Aktie: Burke Hollow im Fokus

Rohstoffe ·

Weitere Artikel zu Oracle

Alle Artikel anzeigen
Oracle Aktie: 100 Milliarden Dollar Investitionsplan

Oracle Aktie: 100 Milliarden Dollar Investitionsplan

Nasdaq ·
Oracle Aktie: 638 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Oracle Aktie: 638 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Earnings ·
Oracle Aktie: 23,7 Milliarden Cashflow-Minus

Oracle Aktie: 23,7 Milliarden Cashflow-Minus

Nasdaq ·
Oracle Aktie: 21.000 Jobs weg

Oracle Aktie: 21.000 Jobs weg

KI & Quantencomputing ·
Oracle Aktie: 55,7 Milliarden investieren

Oracle Aktie: 55,7 Milliarden investieren

Nasdaq ·