Oracle Aktie: AWS baut Brücke aus
Oracle weitet die AWS-Kooperation auf 22 Regionen aus und erweitert das Exadata-Angebot. Die Aktie profitiert von der Multi-Cloud-Strategie.

Kurz zusammengefasst
- Ausbau auf 22 AWS-Regionen
- Exadata-Service nun allgemein verfügbar
- Drei Großkunden nutzen Plattform
- Aktie legt trotz Stellenabbau zu
Oracle setzt seine Datenbank-Strategie in der Cloud eines Konkurrenten fort – und das mit wachsendem Nachdruck. Der Softwarekonzern und Amazon Web Services haben eine bestehende Kooperation ausgeweitet, um Kunden den Umzug auf „Oracle AI Database@AWS“ zu erleichtern. Wer angesichts der Rivalität zwischen den Cloud-Anbietern ein Zurückhalten erwartet hätte, wird überrascht: Beide Seiten vertiefen die Zusammenarbeit sichtbar.
Mehr Regionen, neue Infrastruktur
Der Dienst ist inzwischen in 22 AWS-Regionen verfügbar, verteilt über Asien-Pazifik, Europa und Amerika. Ergänzend hat Oracle den „Exadata Database Service on Exascale Infrastructure“ allgemein verfügbar gemacht. Damit soll die Exadata-Performance samt Pay-per-Use-Abrechnung auch für kleinere Workloads zugänglich werden, ohne dass Kunden eigene Datenbank- und Speicherserver vorhalten müssen.
Zu den Unternehmen, die laut Oracle bereits geschäftskritische Anwendungen auf der gemeinsamen Plattform betreiben, zählen CJ Olive Young, Kobalt Music Group und die Metropolitan Transport Authority von Barcelona. Das Angebot richtet sich damit erkennbar an Firmen, die ihre bestehenden Oracle-Datenbanken modernisieren wollen, ohne die AWS-Infrastruktur zu verlassen – eine Zielgruppe, die für beide Konzerne kommerziell attraktiv ist.
Kursreaktion und Gegenwind bei Personalabbau
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Oracle ohnehin im Blick der Anleger steht. Berichte über eine neue Runde von Stellenstreichungen hatten die Aktie zuletzt spürbar bewegt, in einem breiteren Rally-Umfeld für Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte legte das Papier deutlich zu. Die Kooperation mit AWS dürfte diese Wachstumserzählung stützen, auch wenn sie die strukturellen Fragen rund um Kostenkontrolle und Cashflow nicht auflöst.
Für Oracle bleibt die Multi-Cloud-Öffnung ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie im Datenbankgeschäft. Ob sich die erweiterte AWS-Partnerschaft in den kommenden Quartalszahlen als Umsatztreiber niederschlägt, dürfte sich frühestens im nächsten Berichtszyklus zeigen.
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