Oracle Aktie: Dividende trifft Defense-KI

Oracle positioniert sich mit spezieller Cloud-Lösung für US-Verteidigung als KI-Infrastruktur, während die Aktie trotz Analystenoptimismus und langjähriger Dividendenhistorie unter Druck steht.

Andreas Sommer ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Ex-Dividenden-Tag für Quartalsausschüttung am 9. April
  • Analyst sieht Oracle als zentrale KI-Infrastruktur für Verteidigung
  • Neue Cloud-Lösung für klassifizierte Regierungsdaten vorgestellt
  • Aktienkurs deutlich unter Analystenkonsens trotz Kaufempfehlungen

Zwei Entwicklungen rücken Oracle diese Woche gleichzeitig ins Blickfeld: Am 9. April fällt der Ex-Dividenden-Tag — wer danach kauft, geht leer aus. Und Wedbush-Analyst Dan Ives, einer der lautesten Verfechter von Defense-KI als strukturellem Investmentthema, hat Oracle explizit als zentrale Infrastrukturkomponente des US-Verteidigungsbudgets benannt.

Dividende mit 12-jähriger Wachstumshistorie

Die nächste Quartalsdividende beträgt 0,50 Dollar je Aktie und wird am 24. April ausgezahlt. Auf Jahresbasis ergibt das 2,00 Dollar je Aktie — bei aktuellem Kurs eine Rendite von rund 1,39 Prozent. Bemerkenswert ist die Kontinuität: Oracle hat die Dividende zwölf Jahre in Folge erhöht, mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 15,81 Prozent über fünf Jahre.

Defense-KI als strukturelles Argument

Ives‘ These geht über ein kurzfristiges Thema hinaus. Er sieht Defense-KI-Ausgaben als dauerhaften Haushaltsposten — und Oracle als Cloud-Infrastrukturschicht, auf der diese Systeme laufen. Untermauert wird das durch Zahlen: Der Cloud-Infrastrukturumsatz wuchs im letzten Quartal um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Alle fünf führenden KI-Modelle laufen auf Oracle Cloud. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen belaufen sich auf 553 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Konkret wurde Oracle am 1. April auf dem Oracle Federal Forum in Washington: Das Unternehmen stellte mit der Defense Isolated Cloud Environment (DICE) ein Angebot vor, das air-gapped Cloud-Umgebungen für klassifizierte Regierungsworkloads ermöglicht — bis hin zu Secret- und Top-Secret-Klassifizierungen. Die vorläufige Zulassung auf Secret-Niveau wird für Sommer 2026 erwartet.

Starke Strategie, schwache Bilanz

Die bullishe Analystenlandschaft steht in deutlichem Kontrast zur Kursentwicklung. Oracle notiert aktuell bei rund 146 Dollar — das Kurszielkonsens der Wall Street liegt bei 246 Dollar, eine Lücke von über 68 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 25 Prozent verloren. 33 von 44 Analysten empfehlen dennoch den Kauf.

Der Grund für die Kursschwäche liegt in der Bilanz: Das aggressive Investitionsprogramm hat den freien Cashflow auf minus 24,7 Milliarden Dollar gedrückt. Die langfristigen Schulden stiegen von 85,3 auf 124,7 Milliarden Dollar. Das Management sieht die Nachfrage nach KI-Cloud-Kapazitäten weiter schneller wachsen als das Angebot — und erwartet, die Umsatzwachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2027 zu übertreffen.

Die nächsten Quartalszahlen sind für den 9. Juni 2026 geplant und werden zeigen, ob die Defense-KI-Strategie bereits messbar in den Zahlen ankommt.

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Oracle Aktie

159,18 EUR

+ 0,68 EUR +0,43 %
KGV 31,52
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 529,48 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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