Oracle Aktie: Entscheidung offen

Oracle übertrifft Quartalserwartungen deutlich, muss aber hohe Schulden und massive Investitionen stemmen. Analysten bleiben trotz der Risiken mehrheitlich optimistisch.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Starker Umsatzsprung im Cloud-Geschäft
  • Freier Cashflow rutscht tief ins Minus
  • Außergewöhnlich hohe Investitionsausgaben geplant
  • Mehrheit der Analysten empfiehlt Kauf

Oracle startet mit erhöhten Analystenprognosen ins neue Jahr – doch die Euphorie hat Kratzer. Während die Cloud-Infrastruktur boomt und ein Rekord-Auftragsbestand von 523 Milliarden Dollar lockt, wächst die Nervosität über die explodierenden Schulden und den massiven Investitionsdruck.

Starke Zahlen, hoher Preis

Das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 lieferte beeindruckende Ergebnisse: Mit einem Gewinn je Aktie von 2,26 Dollar übertraf Oracle die Erwartungen um satte 0,62 Dollar. Der Umsatz kletterte um 14,2 Prozent auf 16,06 Milliarden Dollar. Besonders die Cloud-Infrastruktur glänzte mit einem Umsatzsprung von 68 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar.

Doch die Kehrseite wird immer sichtbarer: Der freie Cashflow rutschte im zweiten Quartal um rund 10 Milliarden Dollar ins Minus. Für das Geschäftsjahr 2026 plant Oracle Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar – eine Summe, die selbst für einen Tech-Giganten außergewöhnlich ist. Das Verhältnis von Investitionen zu Umsatz liegt bei 0,58 und damit weit über dem, was Wettbewerber wie Microsoft oder Amazon historisch aufweisen.

Schuldenquote im Fokus

Die Verschuldung bleibt ein Schwachpunkt: Mit einem Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Eigenkapital von 3,28 bewegt sich Oracle in einem Bereich, der bei steigenden Zinsen oder nachlassender Nachfrage schnell zum Problem werden könnte. Gleichzeitig verkauften Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 39,1 Millionen Dollar – ein Signal, das nicht unbemerkt bleibt.

Die Analysten bleiben dennoch mehrheitlich optimistisch. Zacks Research erhöhte die Gewinnschätzung für das dritte Quartal 2027 auf 1,63 Dollar je Aktie. Das Kursziel der Konsensus-Schätzung liegt bei 307,72 Dollar. Von 43 Analysten stufen 30 die Aktie mit „Kaufen“ ein, 11 mit „Halten“ und nur 2 mit „Verkaufen“.

Multicloud als Hoffnungsträger

Ein Lichtblick ist die Multicloud-Strategie: Das Datenbankgeschäft in Zusammenarbeit mit Amazon, Google und Microsoft wuchs um 817 Prozent. Oracle baut 72 Rechenzentren in die Cloud-Umgebungen der Hyperscaler ein – eine „Cloud-Neutralität“, die Kunden mehr Flexibilität bietet.

Der 300-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI über fünf Jahre, der im Geschäftsjahr 2028 beginnt, gilt als Meilenstein. Doch dieser Vertrag erhöht auch den Druck, die versprochene Infrastruktur tatsächlich zu liefern.

Die Aktie notiert aktuell rund 40 Prozent unter ihrem Allzeithoch von 345,72 Dollar aus dem August. Mit einer Volatilität, die über dem Marktdurchschnitt liegt, und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,63 bleibt Oracle eine Wette auf Wachstum – finanziert durch Schulden. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob der Auftragsbestand in nachhaltigen Cashflow umgemünzt werden kann.

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Oracle Aktie

129,62 EUR

+ 1,10 EUR +0,86 %
KGV 23,14
KUV 6,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,33 %
Marktkapitalisierung 446,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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