Oracle Aktie: EU-Kommission sammelt Lizenzdaten

Oracle erweitert seine KI-Dienste und Cloud-Partnerschaft mit AWS, während die EU Informationen zu Lizenzmodellen sammelt und der Kurs nachgibt.

Redaktion Stock-World ·
Abstraktes, professionelles Serverraum-Ambiente mit blauer Beleuchtung als Symbol für Datenmanagement und Cloud-Technologie. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue KI-Modelle für Oracle Cloud
  • NL2SQL erweitert Datenbankfunktionen
  • EU sammelt Informationen zu Lizenzen
  • Oracle-Aktie bleibt unter 200-Tage-Linie

Oracle setzt seine Produktoffensive im Bereich Künstliche Intelligenz fort, während im Hintergrund die europäische Kartellprüfung der Lizenzierungspraktiken weiterläuft. Beide Themen prägen derzeit das Bild des Softwarekonzerns abseits der jüngsten Quartalszahlen.

Neue KI-Funktionen für die Oracle Cloud Infrastructure

Anfang September veröffentlichte Oracle sein monatliches Update zu Neuerungen in der Oracle AI Database, die „What’s New in Oracle AI“-Ausgabe für September 2026. Im Zentrum stehen Erweiterungen der Oracle Cloud Infrastructure Enterprise AI, darunter Unterstützung für den Import des Modells Moonshot AI Kimi K3 sowie zusätzliche Optionen für den Modellimport generell.

Bemerkenswert ist zudem die Ausweitung der Verfügbarkeit auf Cloud-Regionen für Regierungs- und Verteidigungskunden – ein Segment, in dem Oracle seine Präsenz offenbar gezielt ausbaut. Ergänzt wird das Angebot um neue NL2SQL-Funktionen, die natürliche Sprachabfragen direkt in Datenbankabfragen übersetzen.

Wenige Tage zuvor hatte Oracle im monatlichen Product Pulse weitere Neuerungen skizziert, darunter eine Zugriffskontrolle für die Autonomous AI Database in dedizierten Bereitstellungen sowie eine Ankündigung für eine MySQL-Veranstaltung im Rahmen der OSC2026 Tokyo Fall Online-Reihe am 2. und 3. Oktober.

Parallel dazu erweiterte Oracle gemeinsam mit AWS den Exadata Database Service auf der Exascale-Infrastruktur – ein Schritt, der die Partnerschaft zwischen den beiden Cloud-Anbietern vertieft. Auch der Gesundheitsbereich des Konzerns bleibt aktiv: Oracle Health stattete seinen Clinical AI Agent in den USA mit neuen Funktionen für klinische Dokumentation, Kodierung und Aktenprüfung aus.

EU-Kartellwächter bleiben an Lizenzpraktiken dran

Parallel zur Produktoffensive hält die europäische Aufsicht das Unternehmen im Blick. Reuters berichtete, dass die EU-Kommission Informationen von Oracle-Kunden und Wettbewerbern zu den Lizenzierungspraktiken des Konzerns einholt. Eine förmliche Untersuchung gegen Oracle bestand nach diesem Bericht zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Dennoch dürfte das Thema Anleger in den kommenden Wochen beschäftigen, sollte sich aus der Informationssammlung ein formelles Verfahren entwickeln – ein Risiko für die Konditionen, zu denen Oracle Cloud- und Softwareprodukte vermarktet.

Kursbild bleibt angeschlagen

Die Nachrichtenlage rund um Produktinnovationen und regulatorische Fragen trifft auf ein Kursumfeld, das weiterhin unter Druck steht. Am Freitag schloss die Aktie bei 129,72 Euro, ein Minus von 1,4 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 5,1 Prozent. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 144,17 Euro, was auf einen mittelfristig angeschlagenen Trend hindeutet.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Die kontinuierliche Erweiterung der KI-Produktpalette unterstreicht Oracles technologischen Ehrgeiz, während die regulatorische Prüfung in Brüssel ein Unsicherheitsfaktor bleibt, dessen Ausgang noch offen ist.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob aus der Informationssammlung der EU-Kommission ein formelles Verfahren wird – und wie stark sich das auf das Geschäftsmodell mit Cloud- und Softwarelizenzen auswirken könnte.

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Oracle Aktie

128,52 EUR

+ 1,48 EUR +1,16 %
KGV 22,33
KUV 6,01
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,41 %
Marktkapitalisierung 431,38 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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