Oracle Aktie: Gefährlicher KI-Spagat

Oracles massiver Ausbau der KI-Infrastruktur führt zu hohen Schulden und sinkenden Margen, während eine Sammelklage und Marktturbulenzen den Kurs belasten.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktienkurs deutlich unter Allzeithoch notiert
  • Schuldenberg von 125 Milliarden US-Dollar
  • Rekordaufträge in KI-Infrastruktur warten auf Abarbeitung
  • Sammelklage wegen verschleierter KI-Kosten droht

Seit dem Rekordhoch im vergangenen September hat Oracle mehr als die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt. Der Wandel vom traditionellen Datenbank-Anbieter zum kapitalintensiven KI-Infrastruktur-Giganten verlangt Anlegern starke Nerven ab. Während die Auftragsbücher überquellen, wachsen die Sorgen um explodierende Kosten und einen gigantischen Schuldenberg.

Historischer Bewertungsabschlag

Mit einem aktuellen Kursniveau um 147 US-Dollar notiert das Papier gut 57 Prozent unter seinem Höchststand. Diese deutliche Korrektur drückt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 26,3. Damit wird der Tech-Riese spürbar günstiger gehandelt als der breite Nasdaq-100-Index. Ein solches Bewertungsniveau sah der Markt zuletzt vor dem Start der großen KI-Rallye Anfang 2023.

Der Grund für den Bewertungsabschlag liegt in der Bilanz. Oracle sitzt auf Verbindlichkeiten von knapp 125 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig stauen sich Aufträge von KI-Entwicklern im Rekordwert von 553 Milliarden US-Dollar, die dringend auf neue Rechenzentrumskapazitäten warten.

Zwar schoss der Umsatz der Cloud-Infrastruktur-Sparte im jüngsten Quartal um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar nach oben. Allerdings erholen sich die Bruttomargen im KI-Bereich mit aktuell 32 Prozent nur langsam und bleiben weit hinter der Konkurrenz zurück. Die massiven Investitionen für den Ausbau der Rechenzentren belasten den freien Cashflow erheblich.

Juristischer Druck am Montag

Erschwerend kommt die angespannte Lage am Gesamtmarkt hinzu, wo führende US-Indizes seit Ende März zweistellig korrigiert haben. Für Oracle-Aktionäre birgt der morgige Montag zudem ein konkretes rechtliches Risiko.

Am 6. April endet die Frist für Investoren, sich als Hauptkläger einer Sammelklage anzuschließen. Der Vorwurf lautet, das Management habe die massiven Auswirkungen der KI-Strategie auf Investitionsausgaben, Kreditwürdigkeit und Cashflow im vergangenen Jahr zeitweise verschleiert.

Trotz der juristischen und bilanziellen Gegenwinde existieren optimistische Stimmen. Die Analysten von Barclays erwarten, dass Oracle seinen Umsatz in den nächsten Jahren dank niedriger operativer Kosten verdreifachen kann. Bis das Unternehmen diese Profitabilität jedoch schwarz auf weiß in der Bilanz nachweist, limitiert der hohe Kapitalbedarf das kurzfristige Erholungspotenzial der Aktie.

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Oracle Aktie

129,12 EUR

+ 0,60 EUR +0,47 %
KGV 23,14
KUV 6,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,33 %
Marktkapitalisierung 446,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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