Oracle Aktie: Geteiltes Bild

Oracle erleidet deutlichen Kursrutsch trotz beeindruckender Cloud-Umsatzsteigerungen. Analysten sind gespalten zwischen rechtlichen Risiken und langfristigen Chancen im KI-Bereich.

Kurz zusammengefasst:
  • Aktienkurs notiert rund 41 Prozent unter Jahreshoch
  • Cloud-Umsatz wächst um 68 Prozent im letzten Quartal
  • Vorgeschlagene Sammelklage von Anleihegläubigern belastet
  • Analysten sehen teils attraktive Einstiegsgelegenheit

Oracle steckt in einer spannenden Zwickmühle: An der Börse steht der Tech-Konzern massiv unter Druck, operativ liefert vor allem das Cloud-Geschäft beeindruckende Wachstumsraten. Wie passt ein Kursrutsch mit zweistelligen Verlusten zu zweistelligen Zuwächsen im Kerngeschäft?

Kursrutsch trotz Wachstum

In den vergangenen Wochen hat der Markt Oracle deutlich abgewertet. Auslöser war ein scharfer Einbruch der Bewertung, zeitweise lag das Minus bei rund 37%. Damit hat sich der Kurs deutlich vom 52‑Wochen-Hoch entfernt und notiert mit 165,90 Euro aktuell rund 41% darunter.

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Hintergrund sind vor allem Sorgen um die weitere Entwicklung der KI-Strategie. Beim jüngsten Quartalsbericht gab sich das Management bei der Prognose zurückhaltend. Diese vorsichtigere Sicht auf die nächsten Monate wurde von vielen Anlegern als Zeichen gewertet, dass der Weg zur Monetarisierung der teuren KI-Infrastruktur länger dauern könnte als erhofft.

Verstärkt wurde der Druck durch mehrere Analystenhäuser, die ihre Kursziele senkten. Parallel tauchten Meldungen über Insiderverkäufe auf. In Summe ergab das ein Umfeld, in dem viele Investoren zunächst Risiko aus dem Depot genommen haben.

Juristische Risiken rücken in den Fokus

Zusätzlich zu den fundamentalen und bewertungsbezogenen Sorgen kommt nun ein rechtlicher Streit hinzu. Oracle sieht sich mit einer vorgeschlagenen Sammelklage von Anleihegläubigern konfrontiert.

Kernvorwurf: In den Angebotsunterlagen für Anleihen sollen Risiken unzureichend dargestellt worden sein. Konkret geht es darum, dass angeblich nicht klar offengelegt wurde, wie viel zusätzliche Verschuldung nötig sein würde, um den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren. Als der tatsächliche Finanzbedarf deutlicher wurde, seien die Investoren nach eigener Darstellung geschädigt worden.

Solche Verfahren können zwar Jahre dauern, erhöhen aber vorerst die Unsicherheit. Für Bewertungsmodelle bedeutet das potenziell höhere Risikoabschläge, auch wenn der Ausgang noch völlig offen ist.

Cloud-Geschäft als Gegengewicht

Während der Aktienkurs schwächelt, zeigen die operativen Kennzahlen im Kerngeschäft ein deutlich freundlicheres Bild. Besonders die Cloud-Sparte liefert starke Impulse.

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Die wichtigsten Punkte:

  • Cloud-Infrastruktur: Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur wuchs im letzten Quartal um 68% im Vergleich zum Vorjahr. Das signalisiert, dass Oracle im Wettbewerb mit den großen Hyperscalern weiter Boden gutmacht.
  • Multicloud-Angebot: Noch dynamischer entwickelt sich das Multicloud-Geschäft. Hier verzeichnete Oracle zuletzt ein Umsatzplus von 817% gegenüber dem Vorjahresquartal. Das deutet darauf hin, dass die Strategie, sich in bestehende Cloud-Setups von Kunden einzuklinken, am Markt sehr gut ankommt.

Diese Zahlen zeichnen ein Bild, in dem die operativen Wachstumstreiber klar intakt sind. Der Rückgang der Aktie steht also weniger für ein wegbrechendes Geschäft, sondern eher für Bewertungs- und Risikoanpassungen.

Analysten zwischen Skepsis und großer Chance

Die Diskrepanz zwischen Börsenbewertung und Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch in den Analystenstimmen wider. Ein Teil der Häuser hat nach dem Kursrutsch Kursziele gesenkt, oft mit Verweis auf Unsicherheiten bei der Umsetzung der KI-Strategie und der hohen Bewertung vor dem Einbruch.

Auf der anderen Seite sehen einige Experten gerade jetzt eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Besonders auffällig ist die Einschätzung von Guggenheim-Analyst John DiFucci. Er stufte Oracle als seine „beste Idee“ für 2026 ein, bestätigte sein Kauf-Votum und setzte ein Kursziel von 400 US‑Dollar – mehr als das Doppelte des aktuellen Kursniveaus. Seine These: Wer die kurzfristige Volatilität aushält, könnte eine „Dekaden-Aktie“ bekommen, die sich als einer der führenden Anbieter von KI-Infrastruktur etabliert.

Operativ ist der nächste Prüfstein bereits in Sicht. Für den kommenden Quartalsbericht werden ein Gewinn je Aktie von 1,70 US‑Dollar und Umsätze von 16,9 Milliarden US‑Dollar erwartet. Diese Zahlen dürften zum Gradmesser dafür werden, ob das starke Wachstum im Cloud-Geschäft anhält und wie glaubwürdig der KI-Investitionspfad bleibt.

Strategische Partnerschaft mit TikTok

Parallel zu den internen und rechtlichen Themen hat Oracle auch einen wichtigen externen Deal abgeschlossen. Die Social-Media-Plattform TikTok hat eine Vereinbarung finalisiert, die Oracle einen Anteil von 15% an den US‑Aktivitäten von TikTok sichert.

Für Oracle ist das mehr als nur ein Finanzinvestment. Die Partnerschaft stärkt die Rolle des Konzerns als Infrastruktur- und Technologiepartner im Hintergrund großer Konsumentenplattformen. Gerade im Kontext von Datenverarbeitung und KI-Anwendungen kann dieser Zugang zusätzliches Wachstumspotenzial eröffnen.

Fazit: Volatilität mit klaren Fixpunkten

Unterm Strich steht Oracle derzeit zwischen deutlichem Bewertungsdruck und sehr robusten Wachstumszahlen im Cloud- und KI-Umfeld. Kurzfristig prägen der Kursrutsch, die vorsichtige Prognose und die Sammelklage das Bild. Mittel- bis langfristig sind vor allem drei Faktoren entscheidend: die Fortsetzung des starken Cloud-Wachstums, die weitere Ausgestaltung der KI-Infrastrukturstrategie und die konkrete Ergebnisausweisung in den kommenden Quartalen. Wie diese drei Bausteine zusammenfallen, wird bestimmen, ob der aktuelle Einbruch als Übertreibung nach unten in die Geschichte eingeht oder als Warnsignal für eine nachhaltige Neubewertung.

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