Oracle Aktie: Harter KI-Umbau

Oracle verzeichnet historische Auftragszahlen, streicht aber massiv Personal durch KI-Automatisierung. Investoren reagieren skeptisch auf die milliardenschwere Expansionsfinanzierung.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Massiver Stellenabbau durch KI-gestützte Softwareentwicklung
  • Auftragsbestand explodiert um über 300 Prozent
  • Milliardenschwere Investitionen für KI-Rechenzentren geplant
  • Aktienkurs trotz operativem Erfolg deutlich unter Druck

Der Softwaregigant Oracle steckt in einem tiefgreifenden Umbruch. Während sich die Auftragsbücher auf historische Rekordniveaus füllen, streicht der Konzern weltweit Tausende Stellen. Diese Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und dem jüngsten Kursrutsch zeigt deutlich: Investoren beäugen die teure KI-Transformation äußerst kritisch.

KI ersetzt Personal

Aktuelle behördliche Meldungen aus Kalifornien bestätigen den permanenten Abbau von 654 Stellen an Standorten wie Redwood City und Santa Clara bis Anfang Juni. Schätzungen der Investmentbank TD Cowen gehen sogar von bis zu 30.000 betroffenen Positionen weltweit aus. Verantwortlich für diesen Schritt ist die eigene Technologie. Oracle nutzt zunehmend KI-gestützte Code-Generierung. Dadurch kann das Unternehmen Software mit deutlich kleineren, agileren Teams entwickeln und passt seine Personalstruktur entsprechend an.

Rekordzahlen treffen auf Skepsis

Operativ läuft es für den Konzern glänzend. Im Ende Februar abgeschlossenen Quartal kletterte der Auftragsbestand um beeindruckende 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Auch der Cloud-Umsatz legte kräftig um 44 Prozent zu. Dennoch hat die Aktie seit Jahresbeginn rund ein Viertel ihres Wertes verloren.

Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger liegt in den enormen Kosten der Expansion. Oracle plant für das laufende Geschäftsjahr Investitionen von 50 Milliarden Dollar. Um gigantische Rechenzentren für Kunden wie OpenAI oder Meta zu bauen, will der Konzern frisches Kapital in gleicher Höhe über Schulden und neue Aktien aufnehmen.

Frisches Kapital für „Stargate“

Um diese komplexe Finanzierung zu stemmen, hat Oracle am Montag Hilary Maxson als neue Finanzchefin an Bord geholt. Sie soll unter anderem ein neues Aktienausgabeprogramm über 20 Milliarden Dollar sowie die Platzierung von Anleihen steuern. Das Geld fließt direkt in den Ausbau der KI-Infrastruktur, darunter das milliardenschwere Rechenzentrumsprojekt „Stargate“.

Analysten bleiben angesichts dieser Dimensionen vorsichtig. Brett Huff von Stephens & Co. bestätigte heute seine „Equal-Weight“-Einstufung. Sein Kursziel von 254 Dollar signalisiert zwar deutliches Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau um 145 Dollar, spiegelt aber auch die Ausführungsrisiken bei der Umsetzung der Mammutprojekte wider.

Das Management betont derweil, dass der massive Infrastrukturausbau keineswegs spekulativ sei. Die Investitionen sind direkt an den bestehenden Auftragsbestand gekoppelt. Im Laufe des Kalenderjahres 2026 sollen die neuen Kapazitäten ans Netz gehen und sich in verlässliche, margenstarke Zahlungsströme verwandeln.

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Oracle Aktie

129,08 EUR

+ 0,56 EUR +0,44 %
KGV 23,14
KUV 6,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,33 %
Marktkapitalisierung 446,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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