Oracle Aktie: Marktanalysen laufen

Die Oracle-Aktie polarisiert mit einem Kursziel von 400 US-Dollar, während Leerverkäufer die hohe Verschuldung und Kapitalausgaben kritisieren. Die Investoren wägen Wachstumspotenzial gegen Bilanzrisiken ab.

Redaktion Stock-World ·
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Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Analysten sehen Verdopplungspotenzial auf 400 US-Dollar
  • Rekord-Auftragsbestand von 523 Milliarden US-Dollar
  • Kritik an hoher Verschuldung und Investitionsausgaben
  • Umsatzwachstum, aber enttäuschendes Lizenzgeschäft

Die Oracle-Aktie spaltet derzeit die Wall Street wie kaum ein zweiter Titel im Technologiesektor. Während führende Investmentbanken am Montagmorgen extrem bullische Kursziele bestätigten und eine Verdopplung des Börsenwerts für möglich halten, formiert sich auf der Gegenseite eine neue Front von Leerverkäufern. Ist der Tech-Riese nach der jüngsten Korrektur ein massives Schnäppchen oder eine Schuldenfalle?

Bullen sehen historische Kaufchance

Am heutigen Montag bekräftigten die Analysten von Jefferies und Mizuho ihre Kaufempfehlungen und halten an einem ambitionierten Kursziel von 400 US-Dollar fest. Vom aktuellen vorbörslichen Niveau bei rund 196 US-Dollar entspräche dies einem Anstieg von über 100 Prozent.

Die Experten stützen ihren Optimismus vor allem auf die gewaltigen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO), die zuletzt auf die Rekordsumme von 523 Milliarden US-Dollar anwuchsen. Jefferies argumentiert, dass die Aktie nach dem Kursrutsch von fast 40 Prozent seit dem September-Hoch deutlich unterbewertet sei. Mit einem Verhältnis von Unternehmenswert zu erwartetem EBIT (2027) von 16 biete sich ein attraktiver Einstiegspunkt in einen Konzern, dessen aggressive Expansionspläne durch die ungebrochene KI-Nachfrage gerechtfertigt seien.

Warnsignale der Leerverkäufer

Dem Optimismus steht jedoch eine wachsende Skepsis von Kreditspezialisten gegenüber. Monachil Capital bezeichnete den Titel heute als „günstigen Proxy“, um sich gegen eine potenzielle KI-Kreditblase abzusichern. CIO Ali Meli warnt explizit vor der hohen Verschuldung von rund 108 Milliarden US-Dollar.

Das Argument der Bären zielt auf die finanzielle Stabilität: In Kombination mit massiven Investitionsausgaben (Capex) von zuletzt 20,5 Milliarden US-Dollar entstehe ein erhebliches Risiko, sollten Großkunden wie OpenAI in Liquiditätsengpässe geraten. Anders als cash-reiche Konkurrenten wie Microsoft oder Google finanziert Oracle den „Gigawatt-Ausbau“ seiner Rechenzentren primär über Fremdkapital, was die Aktie anfälliger für Kreditrisiken macht.

Spagat zwischen Wachstum und Bilanz

Die aktuelle Marktposition spiegelt die Unsicherheit nach den Quartalszahlen vom 10. Dezember wider. Zwar wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar, doch verfehlte das Lizenzgeschäft die Erwartungen.

Investoren stehen nun vor der Aufgabe, das enorme Wachstumspotenzial gegen die Bilanzrisiken abzuwägen. Der Rekord-Auftragsbestand deutet darauf hin, dass die Nachfrage nicht das Problem ist, sondern die effiziente Umsetzung und Kapitalallokation.

Aus technischer Sicht bleibt die Lage angespannt: Für eine nachhaltige Trendwende muss die Aktie die psychologisch wichtige Marke von 200 US-Dollar zurückerobern. Spätestens die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal im März werden zeigen, ob Oracle seinen massiven Auftragsbestand profitabel abarbeiten kann, ohne die Kreditqualität weiter zu belasten.

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Oracle Aktie

103,92 EUR

+ 1,54 EUR +1,50 %
KGV 18,20
KUV 5,73
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,74 %
Marktkapitalisierung 359,04 Mrd. USD
Ø Kursziel 235,77 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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