Der einstige Highflyer Oracle kämpft an mehreren Fronten ums Vertrauen der Anleger. Während der Tech-Riese Milliarden in die KI-Infrastruktur investiert, sorgen eine neue Anlegerklage und wachsende Zweifel an der Finanzierung für erhebliche Unruhe. Der Aktienkurs ist deutlich eingebrochen und notiert inzwischen rund 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, da die Skepsis am Markt spürbar zunimmt.
Vorwürfe der Täuschung
Im Zentrum der aktuellen Talfahrt steht eine Sammelklage, die dem Unternehmen irreführende Angaben vorwirft. Die Kläger argumentieren, Oracle habe Investoren nicht ausreichend über den enormen zusätzlichen Kapitalbedarf für den Ausbau der KI-Rechenzentren informiert. Konkret geht es um Anleihen im Volumen von 18 Milliarden US-Dollar. Der Vorwurf lautet, dass Risiken bei der Finanzierung verschwiegen wurden, was nun zu Verlusten bei den Anleihegläubigern führt. Die Kanzlei Rosen Law Firm hat am 21. Januar 2026 entsprechende Schritte vor einem Gericht in New York eingeleitet.
Diese Unsicherheit greift bereits auf den Anleihemarkt über. Berichten zufolge stößt JPMorgan Chase auf geringeres Interesse bei der Platzierung von Schuldtiteln im Wert von rund 38 Milliarden US-Dollar, die für neue Rechenzentren vorgesehen sind. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall (Credit Default Swaps), was die Nervosität der institutionellen Marktteilnehmer unterstreicht.
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Klumpenrisiko OpenAI
Ein weiterer Belastungsfaktor ist die enorme Abhängigkeit von einem einzigen Kunden. Schätzungen der Investmentbank Guggenheim zufolge entfallen rund 60 Prozent der offenen Leistungsverpflichtungen von Oracle auf OpenAI – das entspricht einem Volumen von etwa 315 Milliarden US-Dollar an zukünftigem Geschäft. Marktbeobachter hinterfragen kritisch, ob diese massiven Zahlungsverpflichtungen langfristig tragfähig sind. Die Sorge gilt hier der einseitigen Abhängigkeit: Sollte der KI-Pionier in finanzielle Engpässe geraten, stünde ein Großteil der prognostizierten Einnahmen auf dem Spiel.
Analysten bleiben uneinig
Trotz des Kursrutschens auf aktuell 165,90 Euro gehen die Meinungen der Experten weit auseinander. Während einige die Korrektur als übertrieben ansehen, warnen andere vor den Risiken in der Bilanz:
- Guggenheim: Sieht Oracle weiterhin als „beste Idee“ für 2026 mit einem Kursziel von 400 US-Dollar und erwartet eine Vervierfachung der Umsätze bis 2030.
- UBS: Senkte das Kursziel von 325 auf 280 US-Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest.
- RBC Capital: Reagierte deutlicher, stufte die Aktie herab und kappte das Ziel drastisch auf 195 US-Dollar.
Für Oracle verschiebt sich der Fokus im Jahr 2026 von der reinen KI-Fantasie hin zur finanziellen Realität. Mit einem massiven Finanzierungsbedarf für die Infrastruktur und einem Barbestand, der im Verhältnis zu den Vermögenswerten gering erscheint, dominiert nun das Exekutionsrisiko. Das Management muss beweisen, dass der gigantische Auftragsbestand profitabel abgearbeitet werden kann, ohne die Bilanz durch die steigende Schuldenlast zu überdehnen.
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