Oracle Aktie: Milliarden-Aufträge, Milliarden-Schulden
Oracle meldet starkes Umsatzwachstum und einen Milliardenauftrag mit OpenAI, muss jedoch hohe Investitionen und Schulden für den KI-Ausbau stemmen. Analysten senken Kursziel.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzwachstum von 22 Prozent im letzten Quartal
- Auftragsbestand explodiert auf über 550 Milliarden Dollar
- Hohe Investitionen für KI-Infrastruktur geplant
- Gemischte Signale von institutionellen Investoren
Starke Quartalszahlen, ein Auftragsbestand von über 550 Milliarden Dollar und trotzdem ein gesenktes Kursziel — Oracle liefert gerade ein Bild voller Widersprüche. Der Markt reagierte gestern mit einem Kursanstieg von rund 1,8 Prozent auf 155,69 Dollar, was die Aktie aber noch immer weit unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 280,70 Euro belässt.
Wachstum auf breiter Front
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Gesamtumsatz um 21,7 Prozent auf 17,19 Milliarden Dollar. Treiber war vor allem das Cloud-Infrastrukturgeschäft, das mit einem Umsatzplus von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar herausstach. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,79 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 1,71 Dollar. Auf Basis dieser Zahlen hob das Management die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an.
Besonders ins Auge sticht der sogenannte RPO-Wert — also der Gesamtbestand vertraglich gebundener, noch nicht realisierter Einnahmen. Er stieg um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Einen erheblichen Teil davon macht ein langfristiger Vertrag mit OpenAI aus, der bis 2031 einen Wert von rund 300 Milliarden Dollar umfasst. Analysten von Guggenheim sehen darin den Auftakt zu einem künftigen Cashflow-Schub — allerdings erst ab den Geschäftsjahren 2029 und 2030, wenn die gebuchten Kapazitäten vollständig in Betrieb gehen.
Hohe Investitionen, wachsende Lasten
Der Weg dorthin ist teuer. Für das laufende Geschäftsjahr plant Oracle Investitionsausgaben von 50 bis 57 Milliarden Dollar, um die KI-Infrastruktur auszubauen. Hinzu kommen Schulden von rund 135 Milliarden Dollar sowie mögliche Restrukturierungskosten von bis zu 500 Millionen Dollar, sollten tatsächlich 20.000 bis 30.000 Stellen abgebaut werden.
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Mizuho-Analyst Siti Panigrahi hält zwar an seiner „Outperform“-Einstufung fest, senkte das Kursziel jedoch von 400 auf 320 Dollar. Begründung: nicht eine Verschlechterung der Unternehmensaussichten, sondern eine allgemeine Bewertungskompression im Technologiesektor. Der Analystenkonsens liegt aktuell bei einem mittleren Kursziel von 265,77 Dollar mit einer Einstufung als „Moderate Buy“.
Institutionelle Investoren uneinig
Unter institutionellen Anlegern zeigte sich im dritten Quartal ein gemischtes Bild:
- Vanguard erhöhte seinen Anteil um 2,8 % auf 168,96 Millionen Aktien
- Achmea Investment Management baute seine Position um 39,1 % aus
- Wilmington Savings Fund Society reduzierte um 30,8 %
- CIBC Private Wealth Group verringerte leicht um 1,5 %
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Oracle einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar. Das Wachstum bleibt damit steil — die Frage ist, ob der Markt bereit ist, auf einen Cashflow zu warten, der erst in drei bis vier Jahren in voller Breite fließen soll.
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