Oracle startet eine der größten Finanzierungsrunden der jüngeren Unternehmensgeschichte. Der Software-Konzern will in diesem Jahr zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar einsammeln – für den massiven Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur. Gleichzeitig kursieren Berichte über drastische Stellenstreichungen. Die Aktie reagierte am Montag zunächst mit Verlusten, drehte dann aber ins Plus.
Schulden und neue Aktien für KI-Rechenzentren
Oracle plant die Kapitalbeschaffung über eine Kombination aus Anleihen und Aktienemissionen. Allein über ein „At-the-Market“-Programm könnten bis zu 20 Milliarden Dollar durch neue Aktien hereinkommen. S&P Global Ratings bewertete die geplanten Anleihen mit „BBB“.
Der Hintergrund: explodierende Nachfrage nach Rechenkapazität. Zu den Großkunden zählen Nvidia, Meta, OpenAI, AMD, TikTok und xAI. Besonders ins Gewicht fällt ein 300-Milliarden-Dollar-Vertrag mit OpenAI über Server-Miete. Insgesamt türmt sich ein Auftragsbestand von 523 Milliarden Dollar auf – der nun abgearbeitet werden muss.
Wichtigste Fakten:
- Kapitalerhöhung von 45–50 Mrd. Dollar geplant
- Finanzierung über Investment-Grade-Anleihen und Aktienprogramm
- Auftragsbestand: 523 Mrd. Dollar
- Größter Einzelauftrag: 300 Mrd. Dollar von OpenAI
Berichte über massiven Jobabbau
Parallel zur Expansion verdichten sich Meldungen über harte Sparmaßnahmen. Laut TD Cowen erwägt Oracle den Abbau von 20.000 bis 30.000 Stellen. Durch die Restrukturierung sollen 8 bis 10 Milliarden Dollar an freiem Cashflow generiert werden – dringend benötigt für den kapitalintensiven KI-Ausbau.
Zudem steht offenbar die Healthcare-Sparte Cerner auf dem Prüfstand. Oracle hatte das Unternehmen erst 2022 für rund 28,3 Milliarden Dollar übernommen. Ein möglicher Verkauf würde zusätzliche Mittel freisetzen.
Kursreaktion nach Talfahrt
Im vorbörslichen Handel am Montag fiel die Aktie zunächst um knapp 3 Prozent, drehte dann aber deutlich ins Plus. An europäischen Handelsplätzen notierte das Papier zeitweise bei etwa 145 Euro, ein Plus von 4,58 Prozent.
Der Kontext ist dramatisch: Seit dem Allzeithoch im September 2025 hat Oracle rund 50 Prozent an Wert verloren – etwa 460 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung wurden vernichtet. Das Unternehmen flog aus den Top 10 der wertvollsten US-Konzerne. Analysten von Jefferies und Guggenheim halten trotz der Turbulenzen an ihrer „Kaufen“-Einschätzung fest. Guggenheim sieht ein Kursziel von 400 Dollar.
Die Kapitalbeschaffung ist für Oracle existenziell: Ohne zusätzliche Mittel kann der Konzern die Cloud-Verträge kaum erfüllen. Ob die Verwässerung durch neue Aktien und die möglichen Entlassungen jedoch ausreichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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