Oracle Aktie: Milliarden-Wette läuft!
Oracles 50-Milliarden-Finanzierungspaket für den Cloud-Ausbau drückt den Aktienkurs massiv. Analysten sehen trotz Rekordaufträgen Risiken durch Kapitalerhöhung.

Kurz zusammengefasst
- Fast 50 Milliarden für Cloud-Ausbau
- Kursverlust von 31 Prozent in 30 Tagen
- Rekordauftragsbestand von 638 Milliarden Dollar
- Kapitalerhöhung von 20 Milliarden geplant
Oracle stemmt aktuell einen gigantischen Kraftakt. Der Softwarekonzern schnürt ein Finanzierungspaket über fast 50 Milliarden US-Dollar. Oracle will seine Cloud-Infrastruktur im Jahr 2026 massiv ausbauen.
Die Börse straft diesen Plan gnadenlos ab. In den vergangenen 30 Tagen brach der Kurs um gut 31 Prozent ein. Aktuell notiert das Papier bei 122,98 Euro. Damit rutscht der Wert gefährlich nahe an sein 52-Wochen-Tief.
Die entscheidende Umsatz-Frage
Im Hintergrund stauen sich die Aufträge. Oracle meldet einen Rekordbestand von 638 Milliarden US-Dollar an künftigen Verpflichtungen. Das entspricht einem rasanten Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Management muss diese Aufträge nun schnell in bare Münze verwandeln. Parallel dazu plant der Vorstand eine Kapitalerhöhung von 20 Milliarden US-Dollar über die Börse. Genau diese Kombination schreckt viele Investoren ab.
Bullisches Szenario: Extrem überverkauft
Optimisten blicken auf das explosive Wachstum. Die Cloud-Sparte legte im vergangenen Quartal um 93 Prozent zu. Oracle sichert sich offensichtlich ein großes Stück vom globalen KI-Kuchen.
Technisch wirkt die Aktie extrem ausgebombt. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von knapp 29 eine deutliche Übertreibung nach unten. Analysten sehen daher ein durchschnittliches Kursziel von rund 220 Euro.
Im gleichen Schritt senken neue Partnerschaften mit Amazon, Microsoft und Google die Hürden für Unternehmenskunden. Ferner baut Oracle sein EU-Geschäft mit 1.500 Spezialisten massiv aus. Das erleichtert den Zugang zu lukrativen Behördenaufträgen.
Bärisches Risiko: Die Verwässerung droht
Kritiker warnen vor der anstehenden Aktienflut. Die geplanten neuen Papiere für 20 Milliarden US-Dollar wirken wie ein harter Deckel für den Kurs. Der Markt muss dieses enorme Angebot erst einmal aufnehmen.
Ein weiteres Risiko betrifft die Kundenstruktur. Ein Großteil der Aufträge stammt offenbar von wenigen KI-Giganten wie OpenAI. Brechen hier die Budgets weg, geraten Oracles Mehrjahresprognosen ins Wanken.
Hinzu kommt die zeitliche Lücke beim Geldfluss. Das Unternehmen baut heute extrem teure Rechenzentren. Die Einnahmen fließen aber erst viele Jahre später. Kein Wunder. Die hohe jährliche Volatilität von fast 68 Prozent spiegelt diese extreme Nervosität wider.
Ausblick: Auf diese Signale kommt es an
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den Anleihemarkt. Oracle will in den kommenden Wochen erste unbesicherte Firmenanleihen ausgeben. Eine erfolgreiche Platzierung mit niedrigen Zinsaufschlägen würde das Vertrauen der Großanleger beweisen.
Fällt das nächste Quartalswachstum der Cloud-Sparte erneut über 90 Prozent aus, könnte der Kurs einen Boden finden. Das 52-Wochen-Tief bei knapp 114 Euro dient dabei als absolute Schmerzgrenze. Vergrößert das Management jedoch das Aktienprogramm, drohen aktuellen Aktionären weitere schmerzhafte Verluste.
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