Oracle Aktie: Ökonomische Einschätzungen

Oracle verzeichnet Rekordaufträge und starkes Cloud-Wachstum, während hohe KI-Investitionen den freien Cashflow belasten und die Aktie unter Druck setzen.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Analysten bestätigen optimistisches Kursziel trotz Verlusten
  • Rekordauftragsbestand von über 550 Milliarden Dollar
  • Hohe Investitionen in KI-Rechenzentren belasten Cashflow
  • Nächste Quartalszahlen als wichtige Bewährungsprobe

Der Softwarekonzern Oracle spaltet derzeit die Gemüter an der Wall Street. Während gewaltige Investitionen in die Künstliche Intelligenz tiefe Löcher in den freien Cashflow reißen und Anleger verschrecken, positionieren sich erste Analysten entschieden gegen den Abwärtstrend. Ein neuer Standortausbau in Nashville und ein massiver Auftragsbestand liefern frische Argumente für die Optimisten.

Milliardeninvestitionen und Rekordaufträge

Die Experten von Bernstein stellen sich mit ihrer jüngsten Einschätzung demonstrativ gegen die vorherrschende Marktskepsis. Sie bestätigten ihr „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 319 US-Dollar und argumentieren, dass das langfristige Wachstumsprofil des Unternehmens unterschätzt wird. Diese Zuversicht steht im direkten Kontrast zur jüngsten Kursentwicklung. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 27 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 121,00 Euro – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch, das im vergangenen September noch bei über 280 Euro lag.

Verantwortlich für die Zurückhaltung vieler Investoren sind die enormen Ausgaben für den Ausbau von KI-Rechenzentren. Für das laufende Geschäftsjahr plant das Management Investitionen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar, was den ohnehin stark negativen freien Cashflow weiter belastet. Auch an den Kreditmärkten wächst angesichts der hohen Schuldenlast die Vorsicht, was sich in steigenden Risikoprämien für Oracle-Anleihen widerspiegelt.

Auf der operativen Seite zeigt sich ein völlig anderes Bild. Das Cloud-Wachstum liegt bei beeindruckenden 44 Prozent, und die noch abzuarbeitenden Aufträge schossen um 325 Prozent auf den Rekordwert von 553 Milliarden US-Dollar nach oben. Um die eigene Bilanz bei künftigen Projekten zu schonen, setzt das Management zunehmend auf ein Modell, bei dem Partner die Hardware-Kosten für neue Rechenzentren übernehmen. Verträge im Wert von 29 Milliarden US-Dollar wurden auf diese Weise bereits unterzeichnet.

Expansion in Tennessee und anstehende Termine

Parallel zum Ausbau der digitalen Infrastruktur vergrößert der Konzern auch seine physische Präsenz. In Nashville, Tennessee, wurde Ende März ein langfristiger Mietvertrag über rund 10.700 Quadratmeter unterzeichnet. Damit wächst die dortige Kapazität auf etwa 2.000 Arbeitsplätze an. Die Expansion soll vor allem die Bereiche Cloud-Infrastruktur und KI-Plattformen personell stärken.

Für Aktionäre rücken nun zwei konkrete Daten in den Fokus. Wer von der nächsten Quartalsdividende in Höhe von 0,50 US-Dollar profitieren möchte, muss die Papiere vor dem Ex-Tag am 9. April 2026 im Depot haben. Die eigentliche fundamentale Bewährungsprobe folgt am 8. Juni mit den Zahlen zum vierten Quartal. An diesem Tag muss das Management beweisen, dass sich der gigantische Auftragsbestand im avisierten Rahmen von 18 bis 20 Prozent in handfestes Umsatzwachstum übersetzen lässt.

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Oracle Aktie

129,62 EUR

+ 1,10 EUR +0,86 %
KGV 23,14
KUV 6,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,33 %
Marktkapitalisierung 446,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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