Oracle Aktie: Pipeline-Streit bremst Jupiter
Die Green-Chile-Leitung soll erst im Februar 2027 starten; Mizuho sieht dadurch keine Änderung der Geschäftsjahresschätzungen.

Kurz zusammengefasst
- Pipelinebetrieb nun für Februar 2027 vorgesehen
- FERC-Entscheidung zur Leitung steht noch aus
- Mizuho bestätigt Kursziel von 320 Dollar
- NetSuite startet kostenlose Finanzplattform für Startups
Oracle ringt in New Mexico um Strom für sein größtes Rechenzentrumsprojekt. Der Konzern drängt die US-Energieaufsicht FERC, eine Gaspipeline schneller zu genehmigen, weil sonst der Start des Campus „Project Jupiter“ sich weiter verzögert.
Gasleitung als Nadelöhr
Die rund 17,8 Meilen lange Green-Chile-Pipeline soll täglich etwa 400 Millionen Kubikfuß Erdgas liefern. Das Gas speist die Brennstoffzellen von Bloom Energy, die den Campus ohne Anschluss an das regionale Stromnetz versorgen sollen.
Der Zeitplan ist bereits gerutscht: Statt im August soll die Leitung nun im Februar 2027 betriebsbereit sein. Lokale Behörden hatten Widerstand geleistet, weshalb der Betreiber Transwestern die Trasse von Staatsland auf Bundesgebiet verlegen musste.
Umweltgruppen und New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez verlangen von der FERC, Rechenzentrum und Pipeline gemeinsam zu prüfen. Oracle erwägt laut früheren Berichten, den Betrieb zunächst mit per Lkw angeliefertem Gas anzufahren. Das hat der Konzern bei kleineren Projekten in Utah und Texas schon getan. Für den Vollbetrieb reicht das allerdings nicht aus.
Oracle argumentiert auch wirtschaftlich. Der Campus soll nahezu 5.800 Bauarbeiter beschäftigen und in der Bauphase bis zu 1,1 Milliarden Dollar jährliche Wirtschaftsleistung für Doña Ana County erzeugen.
Mizuho bleibt gelassen
Mizuho bestätigte das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 320 Dollar. Der Analyst besuchte eine Sitzung der Bezirkskommission, bei der Oracle den Baufortschritt und die Lösungen für Strom und Genehmigungen vorstellte. Die Kommission verlangte weitere Erläuterungen zum Vorschlag von El Paso Electric.
Ein früherer Leiter der BLM-Behörde in New Mexico hält es laut Mizuho für möglich, dass die neue Trasse eine Wiederholung der Umweltprüfung vermeidet. Auf die Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 hat das nach Einschätzung des Hauses keine Auswirkungen.
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 143 Dollar, nach einem Plus von gut vier Prozent am Vortag. Auf Jahressicht liegt sie etwa 51 Prozent im Minus. Die Analystenziele reichen von 110 bis 400 Dollar, das Bild ist also breit gestreut. Yorkville Ives startete mit „In Line“ und verwies auf Ausführungsrisiken, Citizens hält bei 285 Dollar an „Market Outperform“ fest.
Gratis-Software für Startups
Abseits des Rechenzentrums-Themas startete die Tochter NetSuite heute „QuickStart“, eine kostenlose Finanzplattform für junge Technologiefirmen in den USA. Sie bündelt Buchhaltung, Banking und Abomanagement und enthält den KI-Assistenten „Ask Oracle“. Wachsen die Firmen, können sie in das kostenpflichtige ERP-System von NetSuite wechseln. Für Oracle ist das ein Weg, Gründer früh an die eigene Plattform zu binden.
Der nächste feste Termin ist der Investor Day am 28. Oktober. Dort erwartet Mizuho weitere Informationen zu Jupiter, die FERC-Entscheidung zur Pipeline steht dagegen noch aus.
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