Oracle Aktie: Rekordaufträge, teurer Preis

Trotz eines Umsatzsprungs von 21% und Rekordaufträgen bricht der Oracle-Kurs ein. Analysten sind uneins über die Bewertung des milliardenschweren Kapazitätsausbaus.

Redaktion Stock-World ·
Ein stilisiertes, leuchtendes Balkendiagramm, das Rekordaufträge darstellt, überlagert mit einem digitalen Preisschild-Symbol. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Cloud-Geschäft wächst um 93 Prozent
  • Auftragsbestand steigt auf 638 Milliarden Dollar
  • Kapitalaufnahme von bis zu 40 Milliarden Dollar geplant
  • Aktie verliert knapp 15 Prozent in einer Woche

Starke Quartalszahlen, ein explodierender Auftragsbestand — und trotzdem bricht die Aktie ein. Bei Oracle läuft gerade genau diese scheinbar paradoxe Dynamik.

Im vierten Geschäftsquartal stieg der Gesamtumsatz um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Cloud-Infrastrukturgeschäft legte um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 2,11 Dollar die Konsensschätzung von 1,96 Dollar. Kein Wunder, dass Analysten von einem ordentlichen Quartal sprechen.

Der Auftragsbestand als Fluch und Segen

Die eigentliche Schlagzeile liefert der verbleibende Auftragsbestand: 638 Milliarden Dollar — ein Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das signalisiert enormes Wachstumspotenzial, stellt Oracle aber vor ein zentrales Problem. Um diesen Auftragsbestand in Umsatz zu verwandeln, braucht das Unternehmen massive Kapazitäten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab Oracle bereits 55,7 Milliarden Dollar für Investitionen aus, mehr als die ursprünglich veranschlagten 50 Milliarden.

Für das laufende Fiskaljahr 2027 plant das Unternehmen nun, bis zu 40 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital aufzunehmen — über Anleihen und neue Aktien. Hinzu kommen Hinweise, dass die Kosten für den Rechenzentrumsausbau die Margen vorerst drücken werden. Diese Kombination trifft Anleger empfindlich.

Analysten gespalten, Kurs unter Druck

Das Analystenlager reagiert uneinheitlich. Goldman Sachs hebt das Kursziel auf 239 Dollar und bleibt bei „Buy“, sieht aber die Notwendigkeit, dass Oracle den Zusammenhang zwischen Kapazitätsausbau und Gewinnentwicklung nachweisen muss. RBC Capital belässt sein Rating bei „Sector Perform“ mit einem Ziel von 190 Dollar. Cantor Fitzgerald hält an einem Kursziel von 284 Dollar fest, Guggenheim sogar an 400 Dollar. Scotiabank hingegen reduzierte ihr Ziel auf 241 Dollar, weil die Capex-Guidance für 2027 ohne entsprechende Umsatzzielnachbesserung kam. Die Kursziele reichen damit von 190 bis 400 Dollar — ein Spread, der zeigt, wie unterschiedlich Analysten die Monetarisierung des riesigen Auftragsbestands einschätzen.

Der Kurs fiel nach Handelsbeginn am Donnerstag auf rund 177 Dollar — ein Rückgang von knapp 15 Prozent innerhalb einer Woche. Für das erste Quartal 2027 erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 27 bis 29 Prozent. Der Jahreszielumsatz von 90 Milliarden Dollar bleibt unverändert. Ob das reicht, um Investoren zu beruhigen, die angesichts der milliardenschweren Kapitalaufnahme die Profitabilität im Blick behalten, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen.

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Oracle Aktie

103,92 EUR

+ 1,54 EUR +1,50 %
KGV 18,05
KUV 5,73
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,62 %
Marktkapitalisierung 375,09 Mrd. USD
Ø Kursziel 235,80 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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