Oracle Aktie: Rekordzahlen, aber Verwässerung droht
Oracle meldet starkes Umsatzwachstum, doch ein geplantes milliardenschweres Aktienausgabeprogramm belastet die Stimmung und den Kurs der Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Starke Umsatzsteigerung im Cloud-Geschäft
- Geplante Aktienausgabe belastet Anlegerstimmung
- Analystenmeinungen zu Oracle gespalten
- Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur geplant
Oracles stärkstes Quartal seit 15 Jahren — und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Der Grund liegt nicht in den Geschäftszahlen selbst, sondern in dem, was folgen könnte: ein milliardenschweres Aktienausgabeprogramm, das Anleger nervös macht.
Finanzierungsplan belastet die Stimmung
Im Rahmen seiner 2026er-Finanzierungsstrategie plant Oracle, bis zu 45–50 Milliarden Dollar aufzunehmen — davon bis zu 20 Milliarden über ein sogenanntes At-the-Market-Programm, bei dem neue Aktien schrittweise über die Börse platziert werden. Bereits im Februar hatte das Unternehmen 30 Milliarden Dollar über Anleihen und Wandelanleihen eingesammelt, der Orderbucheintrag war deutlich überzeichnet. Das eigentliche Aktienausgabeprogramm wurde jedoch noch nicht aktiviert.
Genau diese Unsicherheit drückt auf den Kurs. Solange unklar ist, ob und in welchem Umfang neue Aktien ausgegeben werden, preisen Anleger das Verwässerungsrisiko ein. Hinzu kommen die enormen Kapitalausgaben: Für das laufende Geschäftsjahr plant Oracle 50 Milliarden Dollar an Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren — Ausgaben, die den freien Cashflow auf minus 24,7 Milliarden Dollar gedrückt haben.
Starke Zahlen, gespaltene Analysten
Das operative Bild ist dabei bemerkenswert stark. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, der Cloud-Umsatz legte um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden zu. Besonders auffällig: die Cloud-Infrastruktur wuchs um 84 Prozent. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Indikator für künftige Umsätze — stiegen um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar.
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Die Analystengemeinde ist gespalten, tendiert aber mehrheitlich positiv. J.P. Morgan stufte Oracle von Neutral auf Overweight hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar, mit dem Argument, dass der Kursrückgang von rund 55 Prozent seit dem Hoch im September 2025 das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verbessert habe. Mizuho-Analyst Siti Panigrahi hält ebenfalls an „Outperform“ fest, senkte das Kursziel jedoch von 400 auf 320 Dollar — nicht wegen einer verschlechterten Geschäftsperspektive, sondern wegen gesunkener Bewertungsmultiplikatoren im Sektor. Der Konsens aus 40 Analysten lautet „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von 265 Dollar.
Eigene Hardware als Entlastung
Ein möglicher Puffer gegen weiteren Kapitalbedarf ist Oracles Bring-your-own-Hardware-Modell: Partner stellen eigene Hardware für neue Rechenzentren bereit und finanzieren dabei 90 Prozent der Kapazität selbst. Oracle hat auf diese Weise bereits Verträge im Wert von 29 Milliarden Dollar abgeschlossen und sicherte sich Kapazitäten von zehn Gigawatt, die innerhalb der nächsten drei Jahre in Betrieb gehen sollen.
Für das Geschäftsjahr 2027 hat das Management die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar angehoben — ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr. Am 24. April erhalten Aktionäre, die am 9. April im Aktienregister stehen, eine Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie. Die Aktie notiert aktuell rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro.
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