Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf ganzer Linie überzeugt. Der Softwarekonzern meldete Rekordzahlen, hob die Jahresprognose deutlich an — und zeigt dabei eine wachsende Abhängigkeit von Fremdkapital, die Anleger nicht ignorieren sollten.
Rekordwachstum durch KI-Nachfrage
Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 16,9 Milliarden Dollar. Besonders das Cloud-Geschäft legte zu: Der Cloud-Umsatz wuchs um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar, die Cloud-Infrastruktur sogar um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Treiber ist die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Training und -Inferencing — die laut Oracle das eigene Angebot weiterhin übersteigt.
Es war zudem das erste Quartal seit mehr als 15 Jahren, in dem sowohl der organische Gesamtumsatz als auch der Non-GAAP-Gewinn je Aktie in US-Dollar um mehr als 20 Prozent wuchsen.
Besonders auffällig: der Auftragsbestand. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) stiegen um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar — ein Wert, der die Dimension der abgeschlossenen KI-Infrastrukturverträge verdeutlicht, unter anderem mit OpenAI. Viele dieser Verträge werden durch Kundenvorauszahlungen oder direkte GPU-Lieferungen der Kunden finanziert, sodass Oracle nach eigenen Angaben keinen zusätzlichen Kapitalbedarf erwartet.
Aggressive Expansion auf Pump
Um den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren, legte Oracle ein 50-Milliarden-Dollar-Finanzierungsprogramm auf und platzierte rasch 30 Milliarden Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien — das Orderbuch war laut CFO Doug Kehring deutlich überzeichnet. Co-CEO Clay Magouyrk kündigte an, in den nächsten drei Jahren mehr als zehn Gigawatt Rechenleistung in Betrieb zu nehmen.
Die Kehrseite: Die langfristigen Schulden stiegen von 85,3 Milliarden auf 124,7 Milliarden Dollar. Moody’s bewertet Oracle mit Baa2 — zwei Stufen über Ramsch, aber deutlich schlechter als Wettbewerber wie Amazon, Alphabet oder Microsoft. Hinzu kommen 13,2 Milliarden Dollar negativer Free Cashflow der vergangenen zwölf Monate, da das Vermieten von GPU-Kapazitäten geringere Margen abwirft als das klassische Softwarelizenzgeschäft.
Prognose deutlich angehoben
Für das Geschäftsjahr 2027 hebt Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an — Wall Street hatte 86,4 Milliarden erwartet. Für das laufende vierte Quartal erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 19 bis 21 Prozent sowie ein Cloud-Wachstum von 46 bis 50 Prozent.
Die Marktreaktion fiel eindeutig aus: Nach Veröffentlichung der Zahlen am 10. März stieg die Aktie im vorbörslichen Handel um rund neun Prozent. Analysten von RBC Capital und Scotiabank bestätigten ihre Kaufempfehlungen; der Konsens liegt bei „Moderate Buy“ mit einem mittleren Kursziel von 250,44 Dollar. Argus senkte sein Kursziel zwar deutlich von 384 auf 225 Dollar, hält aber ebenfalls an der Kaufempfehlung fest.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 16. Juni 2026 — dann wird sich zeigen, ob Oracle das ambitionierte Wachstumstempo halten und gleichzeitig die Schuldenlast unter Kontrolle behalten kann.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 15. März liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
