Nach monatelangem Abwärtstrend wagt sich Oppenheimer aus der Deckung: Die Investmentbank stuft Oracle auf „Outperform“ hoch und setzt ein Kursziel von 185 Dollar. Der Grund: Die Bewertung sei nach dem Kursrutsch attraktiv geworden, während der KI-getriebene Auftragsbestand weiter auf Rekordniveau liegt. Doch kann Oracle die Zweifel an seiner Finanzierungsstrategie ausräumen?
Bewertung auf Jahrestief
Die Oracle-Aktie hat seit September 2025 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Im aktuellen Jahr summiert sich das Minus auf 25 Prozent. Oppenheimer-Analyst Brian Schwartz sieht darin eine Chance: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sei von über 40 auf knapp 19 gefallen – ein Niveau, das seiner Ansicht nach ein attraktives Chance-Risiko-Profil bietet.
Schwartz beschreibt Oracle als „überlegenen Gewinnwachstums-Wert“ und prognostiziert in seinem Basisszenario eine Verdoppelung des Gewinns je Aktie bis zum Geschäftsjahr 2030. Im optimistischen Fall könnte sich der Gewinn sogar verdreifachen.
Kapitalerhöhung sorgt für Unruhe
Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die geplante Finanzierungsrunde. Anfang Februar kündigte Oracle an, 2026 zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar aufnehmen zu wollen – etwa zur Hälfte über Eigenkapitalinstrumente, den Rest über Anleihen. Geplant sind unter anderem wandelbare Vorzugsaktien und ein Aktienverkaufsprogramm über bis zu 20 Milliarden Dollar.
Die Ankündigung löste Irritationen aus. Anleihegläubiger reichten im Januar eine Sammelklage ein: Sie werfen Oracle vor, bei der Emission von 18 Milliarden Dollar Anleihen im September 2025 verschwiegen zu haben, dass weiterer massiver Kapitalbedarf für den KI-Infrastrukturausbau besteht.
523 Milliarden Dollar Auftragspolster
Trotz der Finanzierungssorgen bleibt die Auftragslage robust. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen – also bereits vertraglich gesicherte, aber noch nicht abgerechnete Umsätze – liegen bei 523 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa dem Achtfachen des Jahresumsatzes. Allein im zweiten Quartal kamen durch Verträge mit Meta, Nvidia und anderen 68 Milliarden Dollar hinzu.
Die Cloud-Infrastruktur-Sparte wächst mit über 34 Prozent und soll im Geschäftsjahr 2026 ein Wachstum von mehr als 70 Prozent erreichen. Zu den Großkunden zählen neben Meta und Nvidia auch OpenAI und TikTok.
OpenAI als Risiko- und Hoffnungsträger
Ein Punkt, der Investoren nervös macht: die Abhängigkeit von OpenAI. Das ChatGPT-Unternehmen ist einer der größten Abnehmer von Oracles Cloud-Kapazitäten. Oppenheimer gibt jedoch Entwarnung: OpenAI habe seine wöchentliche Nutzerbasis auf über 800 Millionen ausgebaut und baue erstmals ein dediziertes Vertriebsteam für Unternehmenskunden auf. Zudem stehe eine Finanzierungsrunde mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Dollar bevor – was die Zahlungsfähigkeit des Kunden absichern würde.
Cashflow bleibt Achillesferse
Die aggressive Expansion hat ihren Preis: Der freie Cashflow lag in den zwölf Monaten bis November 2025 bei minus 13,18 Milliarden Dollar. Oracle investiert massiv in Rechenzentren, um die Aufträge abzuarbeiten. Die operative Marge von knapp 32 Prozent zeigt zwar Profitabilität im Kerngeschäft, doch ob und wann sich die Investitionen in positiven Cashflow verwandeln, bleibt offen.
Der Aktienkurs wird davon abhängen, ob Oracle seine Finanzierung diszipliniert umsetzt und einen klaren Pfad zur Cashflow-Erholung aufzeigen kann. Oppenheimer glaubt daran – der Markt wartet noch auf Beweise.
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