Oracle steht vor einer Woche, die gleich zwei Themen zusammenbringt, die Anleger selten mögen: Umbau und Unsicherheit. Noch vor den Quartalszahlen am Dienstag verdichten sich Berichte über breite Stellenstreichungen – ausgerechnet in einer Phase, in der der Konzern Milliarden in KI-Infrastruktur pumpt. Wie gut passt das zusammen?
Jobabbau und Einstellungsstopp-Signale
Laut einem Bloomberg-Bericht von Donnerstag (5. März) plant Oracle, tausende Stellen über mehrere Bereiche hinweg zu streichen. Teile der Kürzungen sollen laut mit der Sache vertrauten Personen auch Rollen betreffen, die durch KI künftig weniger benötigt werden könnten. Die Umsetzung könnte bereits in diesem Monat beginnen.
Parallel dazu wurde intern angekündigt, offene Stellenanzeigen in der Cloud-Sparte zu überprüfen. Praktisch heißt das: Der Einstellungsprozess dürfte langsamer werden oder teilweise einfrieren. Zum Vergleich: Ende Mai 2025 lag die Mitarbeiterzahl bei rund 162.000.
Der Schritt passt zu dem bereits angekündigten Großumbau: Oracle hatte im September in einer Meldung die größte Restrukturierung der Unternehmensgeschichte offengelegt – mit Kosten von bis zu 1,6 Mrd. US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Mai, unter anderem für Abfindungen.
Der 10. März wird zum Stresstest
Die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 kommen am Dienstag, 10. März, nach US-Börsenschluss. Dazu gibt es eine Telefonkonferenz und einen Live-Webcast.
Der Termin ist brisant, weil sich die Debatte am Markt zuletzt stark um die Frage dreht, ob Oracles KI-Infrastruktur-Offensive schnell genug in Cloud-Umsätze übersetzt wird. Hinzu kommen laut Quelltext operative Fragezeichen rund um das „Stargate“-Projekt – einschließlich verworfener Pläne mit OpenAI –, was die Sorge vor Umsetzungsrisiken verstärkt.
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Ein Blick zurück zeigt, warum die Messlatte hoch liegt: Im Q2 stieg der Umsatz zwar um 14% auf 16,06 Mrd. US-Dollar, verfehlte aber leicht die Erwartung von 16,15 Mrd. US-Dollar. Die Folge war eine schnelle, deutliche Marktreaktion.
Milliarden für KI – und ein dicker Auftragsblock als Gegengewicht
Kern der Diskussion ist die Investitionswelle für neue Rechenzentren und KI-Kapazitäten. Oracle meldete für Q2 12,0 Mrd. US-Dollar an Investitionen; für das Gesamtjahr FY2026 erwartet das Unternehmen nun rund 50,0 Mrd. US-Dollar Capex – etwa 15,0 Mrd. US-Dollar mehr als zuvor prognostiziert. Laut von Bloomberg zusammengetragenen Daten rechnet die Wall Street damit, dass dieser Ausbau die Cashflows in den kommenden Jahren belasten könnte, bevor sich der Aufwand ab etwa 2030 auszahlt.
Dem gegenüber steht jedoch eine Zahl, die Optimisten gerne auf den Tisch legen: Die Remaining Performance Obligations (RPO) – also vertraglich zugesagte, künftig zu realisierende Erlöse – sprangen auf 523 Mrd. US-Dollar (plus 433% gegenüber Vorjahr). Gleichzeitig beschleunigte sich das Cloud-Wachstum laut Quelle auf 33% nach 24% im Vorjahr.
Auch operativ zeigt Oracle, wie aggressiv Kapazitäten hochgefahren werden: Im Quartal wurden rund 400 Megawatt Rechenzentrumskapazität übergeben, zudem sei 50% mehr GPU-Kapazität als in Q1 geliefert worden. Multicloud-Datenbanknutzung stieg um 817% gegenüber Vorjahr; mit 11 neuen Multicloud-Regionen kam Oracle auf 45 live in AWS, Azure und GCP, weitere 27 sind geplant.
Am Aktienmarkt bleibt der Ton trotzdem skeptisch: Der Titel hat seit Jahresbeginn -21,15% verloren und notiert mit 131,68 Euro klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch beträgt -53,09%.
Am Dienstag wird deshalb vor allem zählen, ob Oracle beim Cloud-Wachstum liefert und die Investitionsstory mit harten Zahlen untermauert – während der parallel laufende Personalumbau zeigt, wie ernst es dem Konzern mit Effizienz und Prioritäten in der KI-Ära ist.
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