Oracle Aktie: US-Vertreter funken bei Tencent dazwischen
Oracle beendet eine geplante Chipvermietung über fünf Jahre; die Umsatz- und Gewinnziele für 2027 bestätigte der Konzern.

Kurz zusammengefasst
- Geplatzter Deal über sieben Milliarden Dollar
- Zugang zu bis zu 100.000 KI-Chips entfällt
- Kapitalaufnahme von 20 Milliarden Dollar eingereicht
- Oracle bestätigt Ziele für Geschäftsjahr 2027
Oracle hat laut einem heutigen Bericht der Financial Times einen Vertrag zur Chipvermietung an Tencent abgesagt, nachdem US-Vertreter Bedenken geäußert hatten. Das Geschäft sollte über fünf Jahre laufen und ein Volumen von 7 Milliarden $ haben. Die Oracle-Aktie verliert heute 4,1%.
Geplanter Zugang zu KI-Chips entfällt
Die Vereinbarung hätte Tencent dem Bericht zufolge Zugang zu bis zu 100.000 KI-Chips in Rechenzentren in Südostasien verschafft. Die Financial Times beschreibt die Bedenken der US-Vertreter als Hintergrund für Oracles Entscheidung, den Vertrag aufzugeben.
Damit betrifft die Absage ein Geschäft, bei dem Oracle Rechenkapazität über mehrere Jahre bereitgestellt hätte. Der genannte Vertragswert war Gegenstand der geplanten Vereinbarung mit Tencent, nicht bereits gemeldeter Umsatz.
Kapitalbedarf und Wachstumsziele
Am Montag reichte Oracle Unterlagen für eine Kapitalaufnahme von insgesamt 20 Milliarden $ ein. Vorgesehen waren eine Ausgabe von Stammaktien sowie die Emission vorrangiger Anleihen. Medienberichten zufolge löste die angekündigte Finanzierung an diesem Tag einen scharfen Kursrückgang aus.
Auf beide Finanzierungsinstrumente sollten jeweils 10 Milliarden $ entfallen. Die Einreichung betraf damit sowohl die Aufnahme von Eigenkapital als auch zusätzlichen Schulden.
Beim Investorentag am 28. Oktober hatte Oracle seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 bestätigt. Das Unternehmen erwartet mindestens 90 Milliarden $ Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 $.
Für das Geschäftsjahr 2030 stellte Oracle mindestens 225 Milliarden $ Umsatz in Aussicht. Zugleich erklärte das Unternehmen, die zusätzliche Kapitalmarktfinanzierung für seinen Investitionszyklus der Geschäftsjahre 2027 bis 2030 voraussichtlich auf 20 Milliarden $ begrenzen zu können.
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