Oracle Aktie: Wachstum gegen Schuldenberg

Oracle verzeichnet extremes Wachstum in Cloud und KI, finanziert die milliardenschweren Investitionen jedoch über einen massiven Schuldenberg. Ein neues Partnerschaftsmodell soll die Bilanz schonen.

Redaktion Stock-World ·
Oracle Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz mit KI-Infrastruktur steigt um 243 Prozent
  • Investitionen von 50 Milliarden US-Dollar geplant
  • Neues Partnerschaftsmodell verlagert Kosten auf Partner
  • Insider verkaufen Aktien, Analysten passen Ziele an

Oracle verzeichnet beim Ausbau seiner Cloud- und KI-Infrastruktur ein extremes Wachstum. Gleichzeitig türmt der Softwarekonzern einen massiven Schuldenberg auf, um die gigantischen Investitionen von 50 Milliarden US-Dollar zu stemmen. Um die Bilanz zu schonen, greift das Management nun zu einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell, das die Kosten gezielt auf Partner verlagert.

Die Kosten der Expansion

Die jüngsten Quartalszahlen belegen eine enorme operative Dynamik. Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur kletterte um 84 Prozent, während der Bereich KI-Infrastruktur sogar um 243 Prozent zulegte. Beide Segmente verzeichnen eine Nachfrage, die das aktuelle Angebot übersteigt. Diese Expansion hat allerdings ihren Preis. Die Investitionsausgaben sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres auf 50 Milliarden US-Dollar ansteigen. Das treibt die Gesamtverschuldung auf über 108 Milliarden US-Dollar und sorgt für einen negativen freien Cashflow. Diese finanzielle Belastung spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von rund 19 Prozent und notiert aktuell bei 134,80 Euro.

Das kapitalschonende Gegenmittel

Um die Sorgen der Investoren bezüglich der Verschuldung zu zerstreuen, forciert Oracle ein neues Konzept. Beim sogenannten „Bring-Your-Own-Hardware“-Modell finanzieren Partner den Großteil der neuen Rechenzentren. Der Konzern hat sich bereits 10 Gigawatt an Stromkapazität für die nächsten drei Jahre gesichert, wobei externe Partner 90 Prozent der Kosten tragen. Laut Management ermöglicht dieses Vorgehen eine weitere Expansion ohne zusätzliche negative Auswirkungen auf den Cashflow. Verträge im Wert von 29 Milliarden US-Dollar wurden auf dieser Basis bereits unterzeichnet.

Insider-Verkäufe und Analysten-Ziele

Während das Management die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden US-Dollar anhob, agieren Insider auffällig zurückhaltend. In den vergangenen sechs Monaten gab es 15 Verkäufe aus der Führungsetage, darunter millionenschwere Transaktionen des CEOs, und keinen einzigen Kauf. Analysten bewerten das Chance-Risiko-Verhältnis nach den jüngsten Kursverlusten unterschiedlich und passten ihre Kursziele nach den Zahlen an:

  • Mizuho: Ziel auf 320 US-Dollar gesenkt (Rating: Outperform)
  • Barclays: Ziel auf 240 US-Dollar angehoben (Rating: Overweight)
  • Argus: Ziel auf 225 US-Dollar reduziert (Rating: Buy)
  • J.P. Morgan: Ziel bei 210 US-Dollar (Rating: Overweight)

Der entscheidende Test für Oracles Strategie wird das Erreichen der anvisierten 90 Milliarden US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2027 sein. Der hohe Auftragsbestand macht dieses Ziel vertraglich greifbar. Ein Risiko für die stark fremdfinanzierte Wachstumsstrategie bleibt jedoch das Zinsumfeld. Sollte sich das Umsatzwachstum unerwartet abschwächen, wird die geplante Ausgabe weiterer Anleihen die Bilanz zusätzlich unter Druck setzen und die Bewertung des Unternehmens belasten.

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Oracle Aktie

131,20 EUR

+ 1,60 EUR +1,23 %
KGV 23,14
KUV 6,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,33 %
Marktkapitalisierung 446,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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