Oracle: Guggenheim setzt $400-Ziel durch
Oracle verzeichnet Rekordumsätze und Auftragsbestände, kämpft aber mit hohen KI-Infrastrukturkosten und einer Sammelklage.

Kurz zusammengefasst
- RPO-Wachstum um 325 Prozent
- Umsatzplus von 22 Prozent
- Sammelklage wegen KI-Investitionen
- Analysten sehen massives Kurspotenzial
Die Auftragsbücher quellen über, Analysten überschlagen sich mit Superlativen. Parallel dazu kämpft Oracle mit den enormen Kosten seiner eigenen KI-Infrastruktur. Bei dem Softwarekonzern klaffen operative Rekordzahlen und die Skepsis des Marktes spürbar auseinander.
Ein Auslöser für die jüngste Erholung ist ein prominenter Auftritt an der Wall Street. John DiFucci von Guggenheim Securities bezeichnete Oracle als massiv unterbewertet und bekräftigte sein Kursziel von 400 US-Dollar. Die Aktie kletterte im vergangenen Monat um fast 19 Prozent auf aktuell 157,66 Euro. Vom Rekordhoch aus dem vergangenen September ist das Papier indes noch weit entfernt.
DiFuccis Optimismus stützt sich auf eine seltene Planungssicherheit. Die vertraglich zugesicherten, aber noch nicht abgerechneten Umsätze (RPO) des Konzerns schossen im dritten Quartal um 325 Prozent in die Höhe. Der Analyst schätzt, dass OpenAI langfristig fast 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen könnte. Dieses Klumpenrisiko relativiert sich laut DiFucci, da das KI-Unternehmen kontinuierlich frisches Kapital einsammelt.
KI-Offensive und starke Quartalszahlen
Oracle treibt derweil die Integration von künstlicher Intelligenz in seine Kernprodukte voran. Mit neuen „Agentic AI“-Anwendungen für das Firmenkundengeschäft und ERP-Systeme greift das Unternehmen Microsoft und Salesforce direkt an.
Die Strategie liefert bereits zählbare Ergebnisse. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen der Analysten. Das Management betonte, es sei das erste Mal seit 15 Jahren, dass Umsatz und Gewinn zeitgleich um mehr als ein Fünftel wuchsen.
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Milliardenkosten sorgen für juristischen Gegenwind
Die aggressive Expansion hat ihren Preis. Eine im Februar eingereichte Sammelklage wirft Oracle vor, Investoren über die Machbarkeit seiner KI-Investitionsstrategie getäuscht zu haben. Auslöser war ein Quartalsbericht, der zusätzliche Leasingverpflichtungen in Höhe von 248 Milliarden US-Dollar enthüllte. Analysten von CreditSights sprachen von einer brisanten Offenlegung.
Kläger befürchten, dass die geplanten Investitionsausgaben von 50 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2026 die Bilanz überlasten. Dem stünden kurzfristig keine adäquaten Einnahmen gegenüber. Dies könnte die Kreditwürdigkeit und den freien Cashflow des Unternehmens gefährden. Hinzu kommen geopolitische Risiken, nachdem iranische Einheiten ein Oracle-Rechenzentrum in Dubai ins Visier nahmen.
Die Wall Street bleibt gespalten. Die Kursziele der Analysten schwanken massiv und reichen in der Spitze bis zu 400 US-Dollar. Diese Spanne spiegelt den zentralen Konflikt des Unternehmens wider: Einerseits sitzt Oracle auf einem beispiellosen Auftragsbestand. Andererseits steigen die Kosten für die Infrastruktur rasant an. Das Management peilt für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar an — das Erreichen dieser Marke setzt voraus, dass die massive Kapazitätserweiterung reibungslos in zahlende Kunden übersetzt wird.
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