Oracle: Wedbush setzt $225-Ziel gegen Finanzierungsskepsis
Oracles aggressiver Ausbau der KI-Infrastruktur stößt auf Finanzierungsengpässe bei Kreditinstituten. Ein 16-Milliarden-Deal in Michigan bringt Entlastung.

Kurz zusammengefasst
- Banken erreichen Kreditlimits bei Oracle
- Milliarden-Finanzierung für Michigan-Rechenzentrum
- Analysten sehen Oracle als KI-Infrastrukturpfeiler
- Aktie trotz Auftragsboom unter Druck
Oracles Wachstum im KI-Infrastrukturgeschäft ist beeindruckend. Die Finanzierung dahinter bereitet Banken und Anlegern zunehmend Kopfzerbrechen.
Banken stoßen an ihre Grenzen
Laut einem Bericht des Wall Street Journal konnten Banken wie JPMorgan Chase Milliardenkredite für Oracle-geleaste Rechenzentren kaum weiterverkaufen. Der Grund: Kreditgeber stießen bei einem einzigen Schuldner an ihre internen Obergrenzen. Einige Banken mieden Oracle-Projekte deshalb ganz. Entwickler wie Crusoe wichen daraufhin auf Microsoft als Mieter aus.
Der Kapitalbedarf bleibt gewaltig. Morgan-Stanley-Kreditanalysten schätzen, dass Oracle bis Anfang 2028 noch mehr als 100 Milliarden Dollar zusätzlich aufnehmen muss — nach rund 50 Milliarden Dollar allein für 2026. Das könnte laut den Analysten die Aufnahmefähigkeit verschiedener Anleihemärkte auf die Probe stellen.
Michigan-Deal schließt Lücke
Ein konkreter Fortschritt: Am 27. April gab Oracle den Abschluss einer 16-Milliarden-Dollar-Finanzierung für ein Rechenzentrum im US-amerikanischen Saline, Michigan, bekannt. Bank of America platzierte dabei 14 Milliarden Dollar in Anleihen. PIMCO übernahm rund 10 Milliarden davon, Blackstone steuerte etwa 2 Milliarden Dollar Eigenkapital bei. Alle Schulden sind festverzinslich.
Das Projekt bleibt jedoch nicht unumstritten. Die Genehmigung des Energieversorgers DTE für die Stromversorgung ist noch nicht rechtskräftig — Michigans Generalstaatsanwältin hat Einspruch eingelegt. Das Rechenzentrum würde im Betrieb über ein Gigawatt Strom verbrauchen, rund ein Viertel von DTEs aktuellem Spitzenbedarf.
Bullisher Analyst, skeptischer Markt
Wedbush Securities startete die Abdeckung der Oracle-Aktie am 24. April mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 225 Dollar. Die Analysten sehen Oracle als fundamentalen Infrastrukturanbieter der KI-Ära. Den Vorwurf spekulativer Risiken weisen sie zurück: Oracles Investitionen seien durch langfristige Verträge gedeckt.
Die Zahlen stützen diese Sichtweise. Oracles verbleibende Leistungsverpflichtungen stiegen im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Der Cloud-Infrastrukturumsatz legte um 84 Prozent auf 4,89 Milliarden Dollar zu.
Die Skepsis am Markt ist dennoch spürbar. Kein Wunder: Die Investitionsausgaben für das laufende Geschäftsjahr kletterten auf rund 50 Milliarden Dollar — 43 Prozent mehr als noch drei Monate zuvor erwartet. Der Großteil des Auftragsbestands schlägt sich erst ab 2027 im Umsatz nieder. Die Aktie notiert aktuell rund 13 Prozent im Minus seit Jahresbeginn und liegt deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Von 46 Analysten empfehlen laut LSEG dennoch 35 die Aktie zum Kauf.
Am 10. Juni legt Oracle die Zahlen zum vierten Fiskalquartal vor. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von 19 bis 21 Prozent und einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar.
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