Operativer Erfolg in Asien, Katerstimmung an der Börse: Der dänische Energiekonzern Orsted meldete gestern die Fertigstellung eines riesigen Windparks in Taiwan. Doch Anleger honorierten den technischen Fortschritt nicht. Stattdessen drückten Sorgen um die künftige US-Handelspolitik den Kurs ins Minus.
Installation in Taiwan abgeschlossen
Das Unternehmen bestätigte am Dienstag die Installation der letzten von insgesamt 66 Windturbinen für die Projekte Greater Changhua 2b und 4. Damit wurde die Bauphase des 920-Megawatt-Parks rund 35 bis 60 Kilometer vor der taiwanischen Küste erfolgreich beendet. Die Arbeiten dauerten 275 Tage.
Zum Einsatz kamen 14-MW-Turbinen von Siemens Gamesa mit gewaltigen 115-Meter-Rotorblättern. Technisch betritt Orsted dabei Neuland: Es ist der erste großflächige Einsatz von speziellen „Suction Bucket Jacket“-Fundamenten in der Asien-Pazifik-Region. Bemerkenswert ist zudem die Sicherheitsbilanz, da in über 131.000 Arbeitsstunden auf See keine verletzungsbedingten Ausfallzeiten verzeichnet wurden.
Zollangst dominiert den Handel
Diese operativen Fortschritte verhallten an der Börse jedoch weitgehend ungehört. Während der Gesamtmarkt in Kopenhagen zulegte, gaben Orsted-Papiere am Dienstag nach und schlossen mit einem Minus zwischen 2,8 und 3,5 Prozent bei Werten um 125 bis 126 DKK.
Marktbeobachter sehen den Hauptgrund in der Angst vor neuen Handelsbarrieren. Berichte über eine mögliche Drohung der US-Regierung, ab dem 1. Februar 2026 Importzölle in Höhe von 10 Prozent zu erheben, verunsichern Investoren. Diese makroökonomischen Risiken wiegen derzeit schwerer als die Aufhebung eines Baustopps für das US-Projekt „Revolution Wind“ am 12. Januar.
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Analysten bleiben vorsichtig
Die Analystengemeinde reagierte zurückhaltend auf die aktuelle Gemengelage. Die Deutsche Bank bestätigte ihr „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 130 DKK, was sich mit der Einschätzung der Citi (Kursziel 132 DKK) deckt. Die Aktie notiert damit weiterhin im Bereich ihres 52-Wochen-Tiefs und verzeichnet auf Jahressicht einen Wertverlust von rund 19 Prozent.
Der fertiggestellte Park in Taiwan ist dabei zentral für die langfristigen Einnahmen des Konzerns. Bereits 2020 wurde ein Abnahmevertrag (CPPA) mit dem Halbleiterriesen TSMC unterzeichnet, der die Abnahme des sauberen Stroms garantiert.
Ausblick
Der Fokus verlagert sich nun auf die Inbetriebnahme und Systemtests der neuen Anlagen. Orsted hält an dem Zeitplan fest, die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme der Parks Greater Changhua 2b und 4 im dritten Quartal 2026 zu erreichen. Ob dieser operative Meilenstein ausreicht, um den charttechnischen Abwärtstrend zu brechen, dürfte maßgeblich von der tatsächlichen Umsetzung der US-Zollpläne im Februar abhängen.
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